Buchtipp: Der Weg zur Knechtschaft

Friedrich August von Hayek war Zeit seines Lebens ein überzeugter und sehr einflussreicher Vordenker sowohl des gesellschaftlichen als auch des wirtschaftlichen Liberalismus. Schon als Student stellte er sein analytisches Talent unter Beweis. Während seines Studiums in Wien kam er in Kontakt mit Ludwig von Mises, dem Begründer der "Österreichischen Schule der Nationalökonomie". Er war von dessen liberalen Ideen begeistert, überflügelte seinen Lehrmeister im Lauf seines Lebens und gilt heute als der einflussreichste Vertreter der Neoklassik, einer wirtschaftlichen Ausrichtung, die meist zu Unrecht als schlicht "neoliberal" abgetan und deklassiert wird.

Hayek widmete sein Hauptwerk "den Sozialisten aller Parteien" und versucht die Gefahren aufzuzeigen, die mit einer staatlichen Kontrolle über das Wirtschaftsgeschehen verbunden sind. Diese Bedenken fasst er wie folgt zusammen: "Wie gut gemeint diese Pläne anfangs auch waren, kann man sich keine größere Tragödie vorstellen, als dass wir in unseren deutlichen Bemühungen, unsere Zukunft in Übereinstimmung mit hohen Idealen zu gestalten, ungewollt genau das Gegenteil, von dem tun, was wir eigentlich angestrebt haben?"

Bedingt durch die Wirtschaftskrise rufen viele nach der Ordnungsmacht des Staates. Doch wo liegt die Grenze von der Ordnungsmacht zu Willkür und Gewalt? Im Einzelfall mögen Regulierungen oft als angenehm und der Gesellschaft dienlich empfunden werden, doch wer ist "die Gesellschaft" und verbirgt sich hinter manchen Gesetzen nicht weniger das Gemeinwohl als die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit? Und: Wer entscheidet, was dem Wohl des Staates dient?

Mit diesen und anderen Fragen – denen insbesondere das geplante Terrorgesetz Aktualität verleiht – setzt sich Hayek in "Der Weg zur Knechtschaft" auseinander und kommt zu folgendem Schluss: "Der Liberalismus fordert, alle Macht, also auch die der Mehrheit, zu begrenzen."

Foto: Volkswirtschaftliches Institut, Universität Freiburg, Freiburg im Breisgau, Germany

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