Der Konsument als Allesfresser?

In einem von der FPÖ verfassten Dossier mit dem Titel „Der Konsument als Allesfresser?“ sprechen FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein und Konsumentensprecher Gerhard Deimek zahlreiche Missstände in der österreichischen Lebensmittelindustrie an und fordern von der Regierung ein ernsthafteres Vorgehen gegen Täuschung und Gefährdung von Konsumenten.

Gerhard DeimekNicht nur der Listerien-Skandal, bei dem neun Menschen ihr Leben lassen mussten, lässt bei Konsumenten die Alarmglocken schrillen. Es gibt viele Missstände, denen durch lasche Politik kein Einhalt geboten wird. Es existiert zum Beispiel ein so genannter „Revisions- und Probenplan“ des Gesundheitsministeriums, der eine gewisse Anzahl von Lebensmittelkontrollen vorschreibt. Dieser wird aber beinahe in ganz Österreich eher belächelt als eingehalten. Als Negativbeispiel ist Salzburg zu nennen, wo im Jahr 2008 die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Kontrollen nicht einmal 50 Prozent der vorgeschriebenen 2.786 Kontrollen darstellt. Ebenfalls thematisiert wird das grundsätzliche Problem, dass wir Konsumenten eigentlich gar nicht wissen, wovon wir uns ernähren. Wenn, dann wird zu undurchsichtig auf Inhaltsstoffe an Produkten verwiesen, außerdem muss man Chemiker sein, um die Zahlencodes und Bezeichnungen zu verstehen.

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Dagmar Belakowitsch-JeneweinBelakowitsch-Jenewein und Deimek weisen darauf hin, dass in Deutschland eine unabhängige Organisation namens „Foodwatch“ existiert, die sich um Aufklärung in Fragen der Lebensmittelqualität und -sicherheit kümmert, so etwas würde uns in Österreich auch gut tun. Hierzulande seien der Verein für Konsumenteninformation und die Arbeiterkammer aber politisch abhängig.

Sauer stößt es den beiden Nationalratsabgeordneten auf, wenn man sie auf Gesundheitsminister Alois Stöger anspricht, der sich „mit einer Arroganz, die Ihresgleichen sucht, als Gesundheitspapst feiern lässt, während fast zeitgleich Menschen sterben, die von ihm hätten gewarnt werden müssen“, so Belakowitsch-Jenewein. Für Deimek ist es unglaublich, dass sich Stöger anscheinend keines Fehlers bewusst ist: „Dennoch sollte er jetzt zumindest soweit sein, das System zu ändern, um Transparenz in unsere Lebensmittelindustrie zu bekommen und solche folgenschweren Fehler wie beim Listerien-Skandal zu vermeiden. Wenn er aber den zweiten Fehler macht und das unterlässt, dann ist er rücktrittsreif. Auch in der Wirtschaft sind Manager in der Regel beim zweiten Fehler fällig.“

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