Buchtipp: Der Goldene Apfel – Geschichten aus der Geschichte

Ein weiteres Buch der Erfolgsserie der bekannten österreichischen Historikern Sigrid-Maria Größing. Wie schon in ihren anderen Büchern beweist die Autorin auch diesmal wieder ein vorzügliches Gespür für die Geschichte des Adels in Europa.

Größing stellt dem historisch interessierten Leser die Polit-Bühne des europäischen Adels von Mitte des 13. Jahrhunderts bis zum Ende der Donaumonarchie vor, dies sind immerhin fast 700 Jahre an europäischer – im speziellen Fokus österreichischer Geschichte. Die Großen und Mächtigen, aber auch die eher kleinen Lichter, deren Erfolge und Misserfolge – sei es privater oder öffentlicher Natur sind die Themen der Erfolgsbücher von Größing.

BildMit detaillierten Hintergrundinformationen zu historischen Persönlichkeiten gelingt es der Autorin immer wieder, den Leser in den Bann zu ziehen, ohne dabei die Art eines Schulmeisters aufkommen zu lassen. Größing zeichnet aber nicht nur ein "staatspolitisches" Bild der handelnden Personen, sondern ebenso ein nur allzu menschliches. Sie lässt ihre Protagonisten nicht nur im Schein der großen Politik auftreten, sondern ebenso auch als Personen, welche grenzenlosen Hass empfinden können, aber auch zu leidenschaftlicher Liebe fähig sind.

Hier sei etwa der große Entdecker Christoph Kolumbus genannt, welcher von ihr nicht nur als edler und tadelloser Forscher beschrieben wird, sondern auch als geldgieriger Geschäftsmann, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht war.

Besonders einfühlsam wird auch das Aschenbrödel der Familie Habsburg von der Autorin beschrieben: Marianna, eine Tochter von Maria Theresia und deren Gemahl Franz Stephan von Lothringen. Die Geschichte dieser aufregenden, aber leider von Pech verfolgten Frau geht dem Leser sehr zu Herzen. Man leidet förmlich mit Marianna mit, weil die schon in jungen Jahren einen Buckel bekommt, freut sich aber auch über die gemeinsamen Erlebnisse mit ihren Vater Franz Stephan von Lothringen. Die wissbegierige junge Frau entwickelte eine Begeisterung für die Naturwissenschaften, welche für die damalige Zeit nicht nur ungewöhnlich, sondern schon geradezu suspekt war.

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Das Buch ist ein weiterer Meilenstein in der pointierten Geschichtsschreibung und braucht sich auch nicht hinter den Werken eines Joachim Fernau verstecken. Dabei beschränkt sich die Sigrid-Maria Größing auf einen unkomplizierten Stil, der zum Kern der Geschichte vordringt, ohne sich in sonst bei Biografien häufigen Randbemerkungen zu verlaufen. Ihr ist somit ein spannendes Buch über die persönlichen Schicksalsschläge des Hochadels gelungen, welche Einsichten in große, aber auch skurrile geschichtliche Momente gibt.

Zur Autorin: Dr. phil. Sigrid-Maria Größing ist seit 1990 sehr erfolgreich als freie Schriftstellerin tätig. Sie veröffentlichte bislang 19 Bücher, die in insgesamt acht Sprachen übersetzt wurden. Bei Amalthea erschienen unter anderem der Bestseller, "Um Krone und Liebe – Macht der Geschichte", "Maximilian I." und zuletzt "Um Macht und Glück – Schicksale der Geschichte."

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