Fingierte Geiselnahme bringt ÖVP ins Schwitzen

Ein Slapstickvideo für die Online-Plattform Youtube bringt jetzt gehörig Unruhe in den ansonsten leblosen Wahlkampf der steirischen Volkspartei. Vor der Villa des Landeshauptmannes Franz Voves (SPÖ) in Graz-Vasoldsberg haben sich vergangenen Mittwoch „terroristische Szenen“ abgespielt, die jetzt neben den beiden Koalitionsparteien auch die Polizei beschäftigen. Grund dafür war eine Geiselnahme vor dem Anwesen des Spitzenpolitikers, die sich wenig später als verkappter Filmdreh der Jungen Volkspartei entpuppte.

SlapstickFür den kommenden Landtagswahlkampf wollte diese zum Spaß eine Pseudo-Geiselnahme vor der Villa des Landeshauptmannes inszenieren, genauer gesagt auf dessen Grundstück den steirischen Panther entführen lassen. Laut Drehbuch sollte ein Mann als Panther verkleidet und mit einem Jutesack über dem Kopf von einem Detektiv an einem Seil zum Gartentor des Landeshauptmanns gezogen werden und dort anläuten. Entsetzt über die maskierten Männer, alarmierte Voves’ Gattin Ingrid daraufhin die Polizei, die das Landesamt für Terrorismusbekämpfung einschaltete.

Wie sich jetzt herausstellte war der seltsame Drehort weder mit dem Auftraggeber, noch mit Parteichef und Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer abgesprochen. Laut Agenturinhaber Achim Ertl – seines Zeichens Wirtschaftsbündler und ehemaliger JVP-Landesobmann – habe sich dieser nämlich „kreativ ergeben“. Er habe sich überlegt, „wie man die Jugend erreicht“. Es sei allerdings nur Spaß gewesen, man wollte niemanden verängstigen. „Ich werde mich bei Frau Voves mit Blumen und Karten fürs Ballett entschuldigen“, wird Ertl zitiert.

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Für den steirischen SPÖ-Landesgeschäftsführer Anton Vukan ist die Sache noch nicht gegessen. Er forderte eine „lückenlose Aufklärung seitens der Sicherheitsbehörden“ und eine Herausgabe des gesamten Filmmaterials. Seiner Ansicht nach wurden Zäune überklettert und Nachbargrundstücke betreten, um Zugang zu Villa zu bekommen. Die Sicherheitsdirektion Steiermark erklärt noch am Freitag, dass weder strafgerichtliche,noch verwaltungsstrafrechtliche Tatbestände erfüllt wurden.

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