Tiertötung in Ungarn – Nur eines von vielen Beispielen der Grausamkeit

Dass Tiere oftmals nicht artgerecht behandelt, oft sogar misshandelt oder gefoltert werden, ist leider weltweit bittere Realität. Ein Beispiel für die grausame Qual an Tieren ist Ungarn, wo aus finanziellen und platztechnischen Gründen gezielt Tiere getötet werden, die entweder auf der Straße lebten oder von Ihren Besitzern einfach nicht mehr gewollt und daher abgegeben wurden. Schätzungen zufolge werden in Ungarn jährlich bis zu 3.000 Hunde in Tötungsstationen umgebracht.

Erst im Jänner 2010 wurde das bis dahin lasche Tierschutzgesetz etwas verschärft. Unter anderem wurde der Tatbestand der Tierquälerei nun endlich in das Gesetz aufgenommen. Bisher wurden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Bezug auf Haltung und Umgang mit den Tieren nur in seltenen Fällen kontrolliert oder sogar geahndet. Durch das neue Gesetz kommen nun vermehrt staatliche Hundefänger zum Einsatz. Diese hatten schon zuvor staatlich geregelten Vorrang vor Tierheimen und verfolgen das Ziel, die Zahl der ausgesetzten Tiere – vornehmlich Hunde – zu verringern.

Hierbei fangen sie die Tiere ein und verwahren sie für etwa zwei Wochen in sogenannten „Gyepmesteri Telep“, Auffangstationen oder auch Tötungsstationen genannt. In diesen 14 Tagen bekommen die Hunde fast nichts zu essen, müssen in winzigen Käfigen oder an Ketten ausharren und geraten mit anderen Hunden in Kämpfe, wo sie sich gegenseitig schwer verletzen. Nach Ablauf dieser Zeit steht es den Hundefängern frei, diese Tiere zu töten, zu verkaufen oder einem Tierheim zu übergeben. Die Tötung erfolgt zumeist durch Erschlagen, Erschießen oder per Giftspritze. Finanziert wird diese Vorgehensweise von den jeweiligen Gemeinden.

Tierheime und Quarantänestationen erhalten nur in den seltensten Fällen staatliche finanzielle Unterstützung und nur einigen ist es überhaupt gelungen, die Funktion der Hundefänger zu übernehmen und dadurch wenigstens etwas Geld zu erhalten. Dieser Missstand führt allerdings auch dazu, dass jene Tierheime auf finanzielle Unterstützung Freiwilliger angewiesen sind, um eine ausreichende Versorgung mit Futter und medizinischer Versorgung zu gewährleisten. Ist dies nicht der Fall, kommt es ebenfalls zu gezielten Tötungen.

Eine der bekanntesten Tötungsstationen ist das staatliche „Illatosut“ in Budapest, wogegen via Internet mobil gemacht wird. Hier hat nur eine begrenzte Anzahl an Hunden Platz. Ist diese überschritten, bzw. konnten nicht genügend Hunde weitervermittelt werden, so wird einfach ein älterer oder kranker Hund getötet, um neuen Platz zu schaffen. Diese Vorgangsweise ist sogar per Gesetz vorgeschrieben. Tierschutzorganisationen und Tierfreunde bemühen sich daher Personen oder Tierheime zu finden, die diese Hunde aufnehmen wollen. Aufgrund der Unklarheit des Gesundheits- und Gemütszustandes der Tiere, erweist sich das oft als sehr schwierig.

Und selbst wenn man sich bereit erklärt, einen Hund aus solch einer Tötungsstation zu befreien, ist dies mit weiteren Schwierigkeiten verbunden. In Ungarn müssen Hunde in einer Quarantänestation noch eine zweiwöchige Impfwartezeit absitzen. Die Quarantäneplätze sind allerdings sehr rar. Das neue Heim muss von staatlicher Seite darüber hinaus vorkontrolliert werden, um zu gewährleisten, dass nicht nur das Umfeld ausreicht, sondern auch, dass über die notwendigen Qualifikationen verfügt wird um einen Problemhund zu halten. Außerdem müssen Untersuchungen und Impfungen selbst bezahlt werden.

Eigentlich paradox, dass es so viel mehr Aufwand erfordert einen Hund aus Ungarn bei sich aufzunehmen, als ihn einfach töten zu lassen. Kein Wunder also, dass dies leider noch immer zuhauf geschieht. Einzig Kastrationsprogramme werden als dauerhaft sinnvoll erachtet um zukünftig weiteres Elend und Leiden der Tiere zu vermeiden. Doch auch damit sind enorme Kosten verbunden, die nur durch Spenden finanziert werden können.

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