Sarrazin ist zurück – und bald draußen aus der SPD

Im September 2009 redete Thilo Sarrazin, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und ehemaliger Berliner SPD-Senator, Klartext über Multikulti-Missstände. Nach wochenlangem Medienwirbel schloss ihn die SPD dann doch nicht aus, stellte ihn aber quasi unter Beobachtung. Erste Vorabdrucke zu seinem neuen Buch zum selben Thema im selben schonungslosen Stil dürften für die zartbesaiteten Sozialdemokraten endgültig zu viel zu sein.

Thilo Sarrazin„Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für 70 Prozent der türkischen und 90 Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin.“ oder: „Eine große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und emüsehandel.“

Mit solchen Sagern geriet Sarrazin vor einem Jahr ins Kreuzfeuer des politischen Establishments der Bundesrepublik. Die SPD schmiss ihn nur nach langem Ringen mit sich selbst und aufgrund seiner Unterstützung durch SPD-Altkanzler Helmut Schmidt, Ralph Giordano, Necla Kelek und Peter Sloterdijk nicht hinaus. Die Deutsche Bundesbank distanzierte sich öffentlich von ihrem Vorstandsmitglied und entzog ihm einen seiner Zuständigkeitsbereiche, jenen fürs Bargeld.

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Dass Sarazzin immer wieder im Mittelpunkt steht, liegt auch an den Medien, für die er ein verlässlicher Aufreger und damit beliebtes Beobachtungs- und Interview-Objekt ist. So hatte er sich schon im Juni 2009 während eines Vortrags vor Managern in Frankfurt/Main gegen staatliche Finanzspritzen für angeschlagene Großunternehmen ausgesprochen: „Einen Opel braucht niemand. Das werden die Autofans unter Ihnen sicherlich bestätigen.“

Deutschland wird älter, kleiner und dümmer

Schon der Titel des demnächst erscheinenden neuen Sarrazin-Buches lässt die Klasse der Schönfärber erschrocken hochfahren: „Deutschland schafft sich ab“. Im Ankündigungstext des Buchhandels heißt es: „Thilo Sarrazin beschreibt mit seiner profunden Erfahrung aus Politik und Verwaltung die Folgen, die sich für Deutschlands Zukunft aus der Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht ergeben. Er will sich nicht damit abfinden, dass Deutschland nicht nur älter und kleiner, sondern auch dümmer und abhängiger von staatlichen Zahlungen wird.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte nun ebenso wie seine Generalsekretärin Andrea Nahles und der Fraktionsvorsitzende im Parlament, Joachim Poß, Sarrazin zum Rückzug aus der Bundesbank und zum Austritt aus der SPD auf. Das für sie unangenehme Ausschlussverfahren wird den „Sozialdemokraten“ aber nicht erspart bleiben.

Foto: Wikimedia

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