Linkspartei geht Staatskanzlei auf den Keks

Die deutsche Linkspartei versteht es, in ihrer Argumentation Themen auf banale und allgemein verständliche Sachverhalte herunter zu brechen – meist zulasten der Seriosität und Richtigkeit. Manchmal verlieren sich die Genossen aber doch im Detail. Der PDS-Abgeordnete Heiko Hilker richtete eine „Kleine Anfrage“ zum Thema "Kekse in der Staatskanzlei" an die sächsische Regierung. Er kritisierte in kleindeutscher Manier, weshalb bei Besprechungen nicht sächsische Produkte zum Kaffee oder Tee gereicht würden und bemängelte überdies die Einzelverpackung für jedes Stück Keks.

Spekulatius KekseDie Staatskanzlei konterte, dass unter den Keksen auch sächsische seien, offenbarte aber gleich die nächste offene Flanke: "Um eventuelle Nachfragen zu vermeiden, soll hier aber gleich zugestanden werden, dass weder der Kaffee noch der Tee von sächsischen Plantagen stammt. Die Staatsregierung erwartet von der bevorstehenden Erderwärmung allerdings als vermutlich einzigen uneingeschränkt positiven Effekt, dass diesem Problem mittelfristig abgeholfen werden kann."

Vor der Beantwortung der konkreten Frage zum Klimaschutz – nämlich: "Haben nach Auffassung der Staatsregierung einzeln verpackte Kekse eine bessere Ökobilanz als Kekse aus Sammelpackungen?" – drückte sich die Staatskanzlei jedoch und stellt fest, dass die Ökobilanz vor dem Erwerb der Kekse nicht ermittelt worden sei, weil „der für dieses Spezialgebiet zuständige Mitarbeiter gerade mit der Beantwortung von wichtigen Kleinen Anfragen beschäftigt war.“ Es ist nicht auszuschließen, dass dem Chef der sächsischen Staatskanzlei diese Anfrage einigermaßen auf den Keks ging.

Foto: Barbara Eckholdt / pixelio.de

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