Kamera-Auto gesichtet: Google auf Tauchstation

Der Informationskonzern Google gibt sich in öffentlichen Stellungnahmen gerne verständnisvoll, kundennah und vor allem auf Bürgerrechte bedacht. Doch ist das Unternehmen wirklich so offen für die Anliegen und Beschwerden der mehr oder weniger freiwilligen Kundschaft? Nach der Sichtung eines – mit dem Namen einer schwedischen Firma beschrifteten – Kameraautos für das Fotografieren von Häusern in Wien, das zudem gegen eine Einbahnstraße unterwegs war (Bild), hat Unzensuriert.at die so prachtvoll beworbene Offenheit des Konzerns auf die Probe gestellt – und kam zu erschreckenden Ergebnissen.

BildPresseinformationen und Medienkontakte, so stellt Google auf seiner Presse-Seite klar, sind ausschließlich für Mitglieder der Presse verfügbar. Doch auch für diese ist es praktisch unmöglich, Kontakt mit Google aufzunehmen: Anrufe enden nach minutenlangem Läuten in einem Besetztzeichen. Die angeführte E-Mail-Adresse existiert offenbar nicht. Fehlermeldungen kommen retour.

Bislang hüllt sich auch die Firma C3-Technologies in Schweigen, in wessen Mission ihr Auto durch Wien fuhr. Unzensuriert.at wird weiter recherchieren. Immerhin schränken die heimischen Datenschutzgesetze Programme wie Google Street View und ähnliche stark ein. Google selbst hat erst kürzlich mitgeteilt, dass derzeit keine Kamera-Autos durch Österreich fahren und das Projekt hier möglicherweise komplett abgeblasen wird. Die Datenschutzkommission beim Bundeskanzleramt übermittelte auf unsere Anfrage folgende drei Punkte als Stellungsnahme. Die ersten beiden waren uns nach fünfminütiger Recherche längst bekannt:

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1. Die Fahrzeuge gehören aller Wahrscheinlichkeit nach dem schwedischen Unternehmen C3 Technologies AB. Laut der Website www.c3technologies.com liefert dieses Unternehmen realistische 3D-Ansichten von Städten.

2. Auf der Website des Unternehmens ist unter „Showcases > Selected Customers“ Google Inc nicht angeführt.

3. Ein Unternehmen mit der Bezeichnung „C3 Technologies“ ist derzeit beim Datenverarbeitungsregister nicht gemeldet. 

Ob die Datenschutzkommission, die ja auch für den Schutz der Bürger zuständig ist, aus unserer Meldung irgendeinen Arbeitsauftrag ableitet und nun versuchen wird herauszufinden, wer da in wessen Auftrag die Straßenzüge Wiens noch dazu in der falschen Richtung fotografiert, ist nicht bekannt.

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