Buchtipp: Falscher Engel – Undercover bei den „Hells Angels“

Wer kennt ihn nicht, den wohl bekanntesten Bikerclub der Welt, die "Hells Angels"? Kaum ein anderer Motorradclub löst solche Kontroversen aus. Einerseits wird er als Gemeinschaft von Männern mit Vorliebe für Rock-Musik und Harley-Davidson-Motorräder beschrieben – andererseits wird den "Hells Angels" – der Name leitet sich von einer amerikanischen Bomberstaffel aus dem Zweiten Weltkrieg ab – immer wieder Nähe zum organisierten Verbrechen nachgesagt.

Was aber ist nun die Wahrheit? Die Anwort gibt das Buch "Falscher Engel" des Undercover-Agenten Jay Anthony Dobyns alias "Jaybird“ (Bild). Nach zweijährigen Ermittlungen, die den Autor oft genug in Lebensgefahr brachten, kommt der Leser zum Schluss: Bei den "Hells Angels" – wie auch den anderen Bikerclubs wie "Mongols", "Bandidos" oder "Outlaws" – geht es um die wohl primitivste und gewalttätigste Form des organisierten Verbrechens.

Das Ermittlerteam um Dobyns wird bei dessen Ermittlungen Zeuge von Verbrechen wie etwas Drogenhandel, Waffenhandel, Zuhälterei,… Sogar eine Minderjährige wird Dobyns als Gespielin von ihrem eignen Vater angeboten – ein Angebot, das er angewidert zurück weist.

"… du solltest mit diesen Mädchen rumhängen und sie besser kennenlernen… Mir wurde also der Körper einer Minderjährigen – und der ihrer Freundin – angeboten, von ihrem eigenen Vater. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder die einfach verprügeln sollte."

Hier zeigt sich das wahre Gesicht des weltbekannten Bikerclubs. Die "Hells Angels" als Zuhälter und Kuppler im Zeichen der Kinderprostitution. Solche, wie auch ähnliche Erlebnisse lassen sich durch das ganze Buch zitieren.

BildEbenso versucht Dobyns (im Bild rechts als "Jaybird") in seinem Buch das "Geheimnis" rund um die "Hells Angels" zu lüften. Warum entschließen sich Männer – Frauen werden ja bekanntlich nicht aufgenommen – zu einem Leben welches schon oft genug im Leichenschauhaus der örtlichen Gerichtsmedizin endete? Zentrales Motiv ist die Treue der Mitglieder untereinander – allerdings auf einem äußerst primitiven Niveau – Mord inklusive:

"Wenn ich diese Dreckskerle sehe, lege ich sie um. Ist mir scheißegal. Egal, wo ich den Mongolenwichser sehe, auf den Stufen eines Gerichtsgebäudes oder in der Wüste, ich schieß ihn von seinem Motorrad…"

Hoher Preis für Ermittlungen – wenig Ergebnisse

Der Preis für die Erfolge der ermittelnden Beamten war hoch. Der Autor selbst spricht von körperlichen Verfallserscheinungen und von einer beginnenden Medikamentensucht. Schlimmer aber noch war die Tatsache, dass er sich auch immer mehr von seiner Familie entfernte – ohne es zu wollen bzw. ohne es zu merken wurde er immer mehr zum "Hells Angel" und verlor dabei den Bezug zu seinem wahren Leben, das Leben als Ehemann und Vater zweier kleiner Kinder. Nur um Haaresbreite konnte Dobyns seine Ehe und damit sein Familienleben retten.

Noch dazu brachten die verdeckten Ermittlungen nicht die erwünschten Ergebnisse. Die Gerichte konnten sich trotz erdrückender Bewiese nicht dazu bewegen lassen, gegen diese Form des organisierten Verbrechens mit voller Härte durchzugreifen. Die Hauptangeklagten kamen mit relativ kurzen Haftstrafen davon. Umso bemerkenswerter ist daher Dobyns’ Aussage, "jederzeit wieder diesen Weg zu gehen", denn jeder Tag, an dem diese Kriminellen nicht auf der Straße sind, sei ein Gewinn für die Gemeinschaft.

Autor muss vor Hells Angels geschützt werden

Doch auch die "Hells Angels" haben ihren ehemaligen Bruder nicht vergessen und würden sich nur zu gern für die erlittene Schmach rächen:

"Vielleicht brauche ich vier oder fünf Jahre dafür, aber ich kriege ihn. Ich bin derjenige der um drei Uhr morgens mit einem Kantholz in der Hand darauf wartet, dass du die Augen öffnest. Du bist jetzt ein Angel, und du arbeitest für mich, also bau keinen Mist. Verschworen auf Leben und Tod."

BildWie das obrige Zitat bereits erahnen lässt, ist mit Ende der Ermittlungen, wie auch den verhängten richterlichen Strafen ein Ende für Dobyns noch lange nicht in Sicht. Er muss sich nun darauf verlassen, dass die amerikanischen Behörden den Schutz ihrer Beamten ernst nehmen.

Der Autor:
Jay Anthony Dobyns ist verheiratet und Vater zweier Kinder, heute leitet er ein Consulting- und Coachingunternehmen und ist auch als Berater und Vortragsredner tätig.

Fotos: www.falscher-engel.de

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