Die reichen Roten und die Reichensteuer

„Ich glaub’ nicht, dass ich reich bin, weil ich keine Million Euro Vermögen habe. Aber ich hätte nichts dagegen, wenn mich eine Steuer für Höherverdienende trifft.“ (Bundeskanzler Werner Faymann im Kurier, 05.09.2010).

Da lebt er aber auf großem Fuß, der Herr Bundeskanzler, denn vom Einkommen her wäre es sich locker ausgegangen, in den letzten Jahren ein Vermögen von einer Million Euro anzuhäufen. Faymann hat sich entschieden, die Wirtschaft zu stärken. Auch gut!

Die FPÖ hat zusammengerechnet, was der Bundeskanzler und seine Ehefrau Martina Ludwig-Faymann in den letzten Jahren kassiert haben, wohlgemerkt nur die Gehälter aus politischen Ämtern. Ob für Faymann als Vizepräsident des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds oder seine Frau als Vorsitzende der Wiener Frauenhäuser noch zusätzlich etwas ins Börserl kommt, ist nicht bekannt.

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In den letzten 16 Jahren hat das Kanzler-Ehepaar die stolze Summe von etwas mehr als 5 Millionen Euro brutto verdient, der Kanzler selbst davon mit gut 3,6 Millionen den Löwenanteil. Aber auch mit der Landtagsgage seiner Frau wäre so mancher Arbeiter oder Angestellter hochzufrieden gewesen.

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Die 3.898.877 unselbständig Erwerbstätigen (inklusive Lehrlinge) erreichten 2007 nämlich ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 22.815 Euro. Die niedrigsten Einkommen waren abgesehen von den Lehrlingen bei Arbeitern zu finden, die 39% der Unselbständigen ausmachten und laut Statistik Austria durchschnittlich 17.484 Euro brutto bezogen.
Ein durchschnittlicher Arbeiter hat in 16 Jahren brutto also etwa gleich viel verdient wie Werner Faymann in einem Jahr (279.744 Euro). Übrigens: Miete muss Faymann auch keine bezahlen, er hat von seinen Eltern ein Haus geerbt.

Auch Häupl und Voves haben Millionen verdient

Auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl und der steirische Landeshauptmann Franz Voves würden eindeutig zu den Reichen zählen, erklärte FPÖ-Obmann HC Strache in einer Pressekonferenz. Jetzt täten sie so, als würden sie sich selbst besteuern wollen, jedoch, so Strache: „Die sogenannte Reichensteuer, über die jetzt debattiert wird, ist ja nur ein Name, damit die Sache schöner klingt.

Schlussendlich wird dabei eine neue Mittelstandsteuer herauskommen. Treffen wird diese Vermögenssteuer Besitzer von Eigentumswohnungen oder Häuslbauer. Treffen wird sie all jene, die sich in ihrem Leben etwas geschaffen haben.“

Reichensteuer für alle Sparer?

Dass die SPÖ-Pläne tatsächlich weit über eine „Reichensteuer“ hinaus gehen, rutschte sogar Faymann selbst schon heraus. Gegenüber der Tageszeitung "Österreich" sprach er zusätzlich von einer Vermögenszuwachssteuer, ohne zu wissen, was er damit meinen könnte. Die würde nicht nur jene treffen, die schon Vermögen haben, sondern alle, die fleißig sparen – egal ob arm oder reich.

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