Buchtipp: Keine Lust auf Untergang

Hat die Kultur in diesen Zeiten überhaupt noch eine eigenständige Bedeutung, oder ist sie zu einem Konsumgut geworden, das der Dynamik der Wirtschaft unterworfen ist? Das Buch "Keine Lust auf Untergang – Gegen eine Trivialisierung der Gesellschaft" ist eine Sammlung von Beiträgen verschiedener deutscher Schriftsteller, die sich mit der aktuellen Lage von Kultur und Literatur auseinandersetzen.


Die 21 Autoren – unter ihnen Eva Menasse, Gert Heidenreich, Dagmar Leupold und Hans Pleschinski – sehen die Literatur überwiegend auf einem verlorenen Posten stehen. Verlage, Redakteure und die schnellebige Dynamik des Buchmarktes, so ist ihre Erfahrung, lassen keinen Platz für tiefgründige, wertvolle Literatur. Auch werden Klagen über Geschmack und Interesse der immer zahlreicher werdenden, und somit einer Massendynamik unterworfenen, Leserschaft deutlich: Bücher müssen bestimmten Kriterien entsprechen, um in der hart umkämpften Branche der Buchhändler Gewinn einzufahren. Kunst und Selbstverwirklichung rücken somit in den Hintergrund: Literatur ist im Zuge des Kapitalismus zu einer Dienstleistung geworden.

Verschiedene Vorwürfe an Kritiker, Literaten, Verleger und Politiker unserer Zeit ziehen sich quer durch die Essays – aber im Grunde ist die Botschaft deutlich: Kunst, zu der einst auch die Schriftstellerei zählte, ist zu einer Farce ihrer selbst geworden. In einem Zeitalter der "Existenzberechtigungen" werden einzelne Werke gezielt zu einem medialen Hype propagiert, mit dem Ziel, durch die schnellebigen Trends, Kults und Skandale so viel Geld wie möglich aus dem Buchhandel zu schlagen. Gleichzeitig wird das menschliche Bedürftnis nach Kunst und Selbstreflexion sträflich vernachlässingt und unterdrückt: Flache, einfache Lektüre stellt leicht verdauliche (und gut vermarktbare) Schablonen für Denkmuster dar. Viele Autoren thematisieren auch die Leere und Hoffnungslosigkeit der aktuellen Gesellschaft – in einer von der Wirtschaft dominierten Zeit liegt der Austausch von Lebenssinn, Idealen und Werten gegen das omnipräsente Tauschmittel Geld eben sehr nahe.

Foto auf der Startseite: Moros

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