Die zweifelhaften Methoden der Abtreiber

Wenn Prostitution das älteste Gewerbe der Welt ist, dann ist Abtreibung wahrscheinlich das zweitälteste. Und beide sind seit Urzeiten Thema heftiger Kontroversen, daran hat sich bis heute nichts geändert. In Österreich stehen die Abtreibungskliniken seit der teilweisen Straffreitstellung von Schwangerschaftsabbrüchen im Zentrum der Auseinandersetzung. Christliche Gruppen protestieren gegen derartige Einrichtungen, linke Gruppen dafür.

Schauspieler gegen Christen – Psychoterror gegen Rosenkranz

Dem Arzt Christian Fiala, der eine Abtreibungsklinik in der Nähe des Wiener Westbahnhofes betreibt, sind die christlichen Aktivisten seit längerem ein Dorn im Auge. Um gegen sie vorzugehen hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen: Schauspieler sollen die Christen ablenken, damit sie seine Patientinnen nicht stören. Die angeworbenen Laiendarsteller gehen dabei nicht gerade zimperlich zur Sache. Auf einem Video, das Abtreibungsgegner ins Netz gestellt haben, ist zu sehen, wie Betende mit Fußtritten traktiert und ihre Rosenkränze zerschnitten werden; es sind immer die gleichen Täter. Besonders dreist entwenden sie einem der christlichen Aktivisten seine Brieftasche und erinnern dabei mehr an geübte Kleinkriminelle denn an Schauspieler.

Der Arzt bezeichnet die Aktionen als „Selbsthilfe“ gegen die Aktivisten, die er seinerseits beschuldigt, seine Patientinnen unter Druck zu setzen.

Schützenhilfe aus der Politik für Abtreibungseinrichtungen

Im Gegensatz zu früheren Zeiten genießen die Betreiber von Abtreibungskliniken die Unterstützung linker politischer Kreise. Vor einem Jahr veranstaltete die Stadt Wien eine Feier zum dreißigjährigen Bestehen der bekannten Abtreibungsklinik auf dem Wiener Fleischmarkt. Nach dem Protest der Kirche wurde die Veranstaltung vom Rathaus in den Rathauskeller verlegt. Grüne und SPÖ feierten das fragwürdige Jubiläum, die FPÖ und kirchliche Kreise sprachen sich gegen die Feierlichkeitenaus.

Ein Jahr später wurde eine der Hauptforderungen von Betreibern der Abtreibungskliniken erfüllt: Durch eine Änderung des Wiener Landessicherheitsgesetzes kann von der Polizei über weggewiesene Abtreibungsgegner jetzt ein Rückkehrverbot für zwölf Stunden ausgesprochen werden, bei Zuwiderhandeln drohen bis zu 700 Euro Strafe. Abtreibung auf Krankenschein, eine Forderung der Grünen und Teilen der SPÖ, gibt es – noch – nicht.

Ideologische Auseinandersetzung und Geschäftemacherei auf dem Rücken der Frauen

Abtreibungsarzt Fiala sieht sich als Kämpfer für Frauenrechte und verschweigt dabei gerne, dass er auch gut dabei verdient. Fialas Bezeichnungen „Fruchtsack“ und „embryonales Gewebe“ für menschliche Föten klingen gelinde gesagt makaber. Die Forderung linker Gruppen, dass jede Frau selbst über ihren Bauch bestimmen soll, erinnert an das Recht antiker Väter, ihre Neugeborenen bei Missfallen auszusetzen. Man gewinnt den Eindruck, dass es den Linken um ihren ideologischen Kreuzzug gegen die katholische Kirche geht, nicht um die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen.

[adsense:468×60:9459532571]

Doch auch die Aktionen mancher christlicher Gruppen erwecken Zweifel an deren Lauterkeit. Abtreibungen sind eine große psychische Belastung für Frauen, nur wenige entscheiden sich leichtfertig dafür. Ob aufdringliche Betende ihnen in dieser Situation eine große Hilfe sind, darf bezweifelt werden. Wohin ein schlichtes Abtreibungsverbot führt, hat die Vergangenheit gezeigt. Der Ausdruck „Engelmacher“ ist eine grobe Verharmlosung für ein schmutziges, oft tödliches Geschäft. Auch die Versuche vieler Frauen, selbst eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden, hatten tragische Auswirkungen. Schwere körperliche Schäden, Blutvergiftungen und der Tod waren das Ergebnis solcher selbst vorgenommener Schwangerschaftsabbrüche. In vielen Teilen der Welt ist dies noch traurige Realität.

Fest steht, dass jeder Schwangerschaftsabbruch einer zu viel ist. Ausführliche Beratungen, Unterstützungsleistungen für Mütter aber auch Babyklappen und anonymisierte Geburten sind sicherlich der bessere Weg gegen Abtreibungen, als nur zu beten.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link