Der Merker: Hat neue Kunst mir nichts zu sagen?

Wird sich schon mancher gefragt haben. Warum ist das so? Neue Kunst und Musik sind in Österreich meistens vom Subventionsgeber abhängig. Nun fördert dieser laut Gesetzestext vor allem „innovative“ Kunst und Musik mit „Beispielcharakter“. Damit ist das Todesurteil für neue Kunst und Musik, die etwas zu sagen hat, ausgesprochen. Denn, so fragt sich der beurteilende Kulturbeamte bestenfalls, kann diese Kunst „innovativ“ sein, wenn sie mich berührt? Kann ich sehen, dass sie „Beispielcharakter“ hat, wenn ich es höchstens erahnen kann, was ich bei ihr empfinde?

Zuerst ist die Schöpfung, und dann die Erklärung. Das haben sowohl mein Freund Hans Sachs als auch ich bei Walter Stolzings Meisterlied herausgefunden. Anders gesagt: dem Betrachter tritt zuerst die Schöpfung „unterbewusst“ und „ganzheitlich“ in Erscheinung, was in ihm Gefühle auslöst. Erst viel später beginnt der Verstand zu versuchen, sich die Sache zu erklären.

Der Verstand hinkt der künstlerischen Schöpfung nach

Nun muss der subventionsvergebende Kulturbeamte aber vor dem schöpfenden Künstler „wissen“, dass dessen Kunstwerk „innovativ“ und „beispielgebend“ ist, was aber nicht möglich ist, da der analysierende Verstand der künstlerischen Schöpfung immer nachhinkt. So hält sich der Kulturbeamte an Dinge, die man „zählen, wägen und messen“ kann, die aber in der Kunst und Musik untergeordnet sind, da sie nicht die künstlerische Botschaft bestimmen, sondern von ihr, im besten Fall, bestimmt sind.

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Er betrachtet die Technik, und erkennt verstandesmäßig, dass es sich z.B. um „12-Ton Musik“ bzw. um „abstrakte Kunst“ handelt. Er „weiß“, dass die als „innovativ“ gilt, und dass er bei einer Subventionsvergabe von anderer Seite keine Schwierigkeiten bekommt. Da kommt vielleicht der Einwand, dass gewisse „Techniken“ des Avantgardismus doch nicht negiert werden sollen. Dazu ist zu sagen, dass die zu vermittelnde Botschaft wichtiger ist als eine bestimmte angewandte Technik. Die Technik muss der Botschaft der Kunst dienen und nicht umgekehrt. Was ist das geistlose Produzieren von „12-Ton Stücken“ anderes, als glitzernde Maschinen zu entwerfen? Und wenn ein Konzept dahinter stehen sollte, welches ist es, wenn nicht ein maschinelles, krückenhaftes? Tendenzen in dieser Art sind bestenfalls gefällige Mode, die interessant ist, aber nicht erhellend berührt.

Die politische Botschaft ersestz die künstlerische

Die fehlende künstlerische Botschaft wird dann oft noch durch eine genehm-politische ersetzt, welche den Kulturbeamten zusätzlich anspricht, da er ja durch Politik auf seinen Posten kam.

Fazit: Welches Kunstwerk „innovativ“ ist, ist erstens nur im Nachhinein erklärbar und wird zweitens oftmals nur in Betrachtung von „zähl-, wäg- und messbaren“ Einzelheiten bestimmt. Außerdem drückt „innovativ“ – auf deutsch: erneuernd, verändernd – den Drang zur Reform aus, was im technischen Bereich sinnvoll ist, aber nicht im künstlerischen, da es sich immer – hoffentlich – um Meisterwerke handelt, die in sich vollendet sind. So wird „innovativ“ als unkünstlerische Forderung erkannt, weil sie sich auf ältere Kunst bezieht und von ihr abheben will, wobei sie sich aber nur außerhalb der Kunst stellt.

Auf der anderen Seite gibt es diese subventionierte Kunst schon jahrzehntelang, sodass sich durch das andauernde schlechte Beispiel der geförderten „Werke“ ein schlechter Charakter herausgebildet hat, den es nun zu „reformieren“ gilt:

Schenkt denen Gehör, die euch mit ihren Werken empfinden und fühlen lassen, die euch mit neuer Kunst und Musik begeistern!

Nehmt euch in Acht, der Merker wacht!

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