Wenn sich Außenstehende über Ehre unterhalten | Unzensuriert.at

Wenn sich Außenstehende über Ehre unterhalten

20. September 2010 - 15:52

Das Nachrichtenmagazin „profil“ behelligt diesmal seine Leser mit den internen Verhaltensregeln von Studentenverbindungen. Im Mittelpunkt des Berichts steht Hubert Keyl, ein Referent des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf, dem angeblich die Ehre abgesprochen wurde, weshalb sich profil-Redakteur Emil Bobi ernsthafte Sorgen macht, ob Graf denn nun noch mit ihm „verkehren“ dürfe.

Hubert Keyl wurde von Türstehern brutal zusammengeschlagenGesichertes Faktum ist, dass Keyl einem schweren Verbrechen zum Opfer fiel. Er wurde von Türstehern eines Lokals derart zusammengeschlagen, dass er zwei Wochen im Krankenhaus war und sich mehreren Gesichtsoperationen unterziehen musste. Das unmittelbar nach der Tat aufgenommene Foto beweist warum.

Nur mutmaßen kann man über die Motivation des Journalisten, dieses Opfer eines nach wie vor gerichtlich nicht aufgearbeiteten Verbrechens nun auch beruflich ruinieren zu wollen. Es darf vermutet werden, dass sein Informant sich im Umfeld der inhaftierten Rotlicht-Größe Richard Steiner bewegt. Dort ist man natürlich bemüht, das Opfer des Angriffs möglichst schlecht darzustellen, um das Strafmaß einer drohenden Verurteilung zu reduzieren. Gut möglich, dass auch Bobi dieses Milieu nicht unbekannt ist.

Vielleicht handelt es sich bei dieser für die breite Öffentlichkeit bestenfalls uninteressanten Geschichte auch um ein Dankeschön für Informationen in politisch wesentlich brisanteren Causen. Wie dem auch sei: Das Recherchegespräch hat offenbar zwischen zwei Menschen stattgefunden, die sich vom Begriff Ehre längst weit entfernt haben: Der eine vom Ehrenkodex waffenstudentischer Vereinigungen, der andere von jenem der österreichischen Presse.
 

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