Grüne Schlammschlacht in der Josefstadt

Grüne gegen Ex-Grüne, das ist Brutalität, könnte man frei nach Helmut Qualtinger sagen, wenn man die jüngsten Vorkommnisse in der Josefstadt kommentieren wollte. Abgerissene Plakate, falsche Gerüchte, anonyme Beschimpfungen im Internet, Verbalattacken und ein „mit einer ungustiösen dunklen Substanz beschmierter Fahrradsattel“ – das sind die Teile einer Kampagne gegen den Bezirksvorsteher der Josefstadt in Wien, Heribert Rahdjian. Wie kam es zum Ende der grünen Erfolgsgeschichte in Wiens kleinstem Bezirk?

Von der vierten Kraft zum Bezirksvorsteher

Noch 1996 lagen die Grünen auf dem vierten Platz, 2005 stellten sie in dem traditionell bürgerlich-schwarzen Bezirk den Bezirksvorsteher – Heribert Rahdjian. Der heute 74jährige hatte seine politische Karriere bei der ÖVP begonnen und war erst später zu den Grünen gestoßen. Es war für beide eine vorteilhafte Symbiose: Rahdjian verkörperte den bürgerlichen Grünen für viele bürgerlichen Josefstädter. Die radikalen Linken in der zweiten Reihe fielen anfangs nicht besonders auf; der ex-Schwarze wurde dafür Bezirksvorsteher. Damit trotzdem alles nach Plan lief, wurde ihm die Radikalfeministin und Linksaußen-Grüne Doris Müller als Aufpasserin zur Seite gestellt. Praktischer Nebeneffekt: die ehemalige Studentenpolitikerin war damit gut versorgt.

Der große Knall – Bürgerliche gegen Linksextreme

Bei der Listenerstellung für die Wahlen brachen die Differenzen zwischen dem bürgerlichen Rahdjian und der extremen Linken Müller offen aus. Der Bezirksvorsteher wollte einen bürgerlichen Kurs verfolgen, setzte auf Sachthemen, Müller ging es um eine klare linke Ausrichtung der Josefstädter Grünen. Vor allem stand ihr lukrativer Posten auf dem Spiel – Rahdjian musste weg. Ähnlich wie in Mariahilf entschieden die Radikalen den Machtkampf für sich, ein völlig Unbekannter wurde zum Spitzenkandidaten erkoren. Rahdjian kandidiert trotzdem im Achten – seine neue Liste heißt „Echt Grün“.

Das wahre Gesicht der Grünen

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Was folgte, offenbarte das wahre Gesicht der „Friedenspartei“: eine üble Schmutzkampagne mit allem was dazugehört, um den Abtrünnigen zum Schweigen zu bringen. Rahdjian sei krebskrank, wurde verbreitet, seine Wahlkampfstände von „echten“ Grünen belagert, Wahlkampfmaterial beschädigt, seine Parteigänger als „Drecksau“ beschimpft. Es ist ein kleiner Vorgeschmack, was passiert, wenn Grüne um ihre Pfründe fürchten müssen. Selbstverständlich dementiert die Partei jede Verwicklung in die "Aktionen".

Gespieltes Entsetzen?

Ein wenig seltsam mutet Rahdjians Entsetzen dennoch an, konnte er doch über Jahre hinweg beobachten, was mit politischen Gegnern der Grünen passiert. Regelmäßig werden Vereinslokale national-freiheitlicher Studentenverbindungen Opfer wüster Vandalenakte, deren Mitglieder beschimpft und mit Flaschen beworfen. Freiheitliche Studenten wurden vom vermummten Mob am Betreten von Lokalen gehindert und mit Pfefferspray attackiert. Unbeschädigte Wahlplakate der FPÖ sind im – noch – grünen Bezirk selten. Bisher schwieg Rahdjian zu diesen skandalösen Vorgängen in seinem Bezirk. Angesichts des linken Terrors hätte er aber ahnen können, was auf ihn als „Verräter“ zukommt – vor allem wenn es für die wohlbestallten Salonmarxisten ums liebe Geld geht.

Foto auf der Startseite: Andreas Lindinger

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