Nachhilfe für den ORF-Deutschlehrer

Die Online-Redaktion des ORF hat sich die Wahlbotschaften der Parteien vorgenommen, Fehler gesucht und zahlreich gefunden. Allzu schlimm erscheint uns das Gesamtbild nicht, aber vielleicht lag das an der begrenzten Recherchezeit.

Wo wir schon beim Fehlersuchen sind, lieber Herr Hadler, der Sie sich dieser Sache angenommen haben: Wenn Sie das Internet nach strengen Regeln genau eine Stunde lang durchforstet haben, dann waren das je 15 – und nicht 15 – Minuten für die vier größten Parteien im Wiener Wahlkampf.

Auch als Korrektor waren Sie nicht perfekt. Gleich im ersten Beispiel ist Ihnen ein Schnitzer entgangen: „Es sind in der neuen, kurzen Pauschalvariante – also ein Jahr plus zwei Monate, tausend Euro – fast doppelt so viele Väter, als es im Gesamtdurchschnitt des Kinderbetreuungsgeldes ist.“ – sprach Christine Marek, und Sie stellen richtig fest, dass ans Ende die Mehrzahlform „sind“ gehört hätte. Doch enthält dieser Satz einen zweiten Fehler, der Ihrer Aufmerksamkeit entging: „… fast doppelt so viele Väter, wie (nicht als) es im Gesamtdurchschnitt…“ muss es heißen.

Zwischen dem Deutsch von vielen Migranten und jenem der Politiker liegen dennoch – zum Glück für die Volksvertreter – Welten. Doch genauso ist jemand, der in Texten ein paar Fehler findet, noch längst kein Germanist.

Der Vorstoß für bessere Rechtschreibung und Grammatik ehrt Sie dennoch, Und besonders danken wir Ihnen für das Zitat von Laura Rudas: „Was sind die Herausforderungen der Zukunft und versuchen, die Symbiose zwischen Wissenschaft und Politik, eine Hegemonie der zentralen Herausforderungen der Zukunft zu schaffen. Weil die gibt es ja nicht.“ Die SPÖ-Geschäftsführerin ist aber auch eine schier unerschöpfliche Quelle für Sprachmüll.

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