Nach Totalabsturz: Marek buhlt um Wahlkarten

Bei den Wiener Gemeinderatswahlen hat die Volkspartei gestern ein Debakel erlitten. Sie fuhr trotz schwacher Ausgangslage einen Verlust von über fünf Prozent ein und verlor damit fast ein Drittel ihrer bisherigen Wähler. Doch der Wahlkampf geht für Wahlverliererin Christine Marek weiter.

In einem Inserat in der Montagsausgabe der „Presse“ wirbt die Spitzenkandidatin noch um spätentschlossene Wahlkartenwähler. So heißt es in dem „SMS von Marek“, einem im Kurzmitteilungs-Stil aufbereiteten Werbesujet: „wien hat gewählt. aber wahlkarten können sie auch heute noch abschicken. ihre christine marek.“

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InseratDamit hinterlässt die ÖVP-Chefin einen schalen Eindruck, können doch durch die verspätete Briefwahl noch taktisch motivierte Wahlentscheidungen getroffen werden. Wahlkarten müssen zwar bis Wahlschluss, also Sonntag 17 Uhr ausgefüllt sein, kontrollieren kann das praktisch aber niemand. Rechtlich gesehen müssen die Briefwahlkarten nämlich erst bis zum 18. Oktober per Post, per Boten oder durch persönliche Abgabe bei der zuständigen Wahlbehörde eingelangt sein. Die Rekordanzahl von 162.000 ausgefertigten Wahlkarten könnte noch zu Verschiebungen beim Ergebnis führen.

In der ÖVP spricht man von einem „Fehler bei den Druckunterlagen – es sei nicht geplant gewesen, dass das einen Tag nach der Wahl erscheint“. Rein formal sei das allerdings nicht verwerflich.

Akademikerbund fordert Marek-Rücktritt

Der Wiener Akademikerbund befürchtet angesichts der Wahlschlappe „die völlige Beseitigung des bürgerlichen Faktors in der Bundeshauptstadt“ und fordert unterdessen den sofortigen Rücktritt von Christine Marek als Chefin der Wiener ÖVP. Sie habe das bürgerliche Lager durch geistlosen Modernismus und das völlige Fehlen weltanschaulich klar positionierter Problemlösungskompetenz geradezu devastiert, heißt es in einer Presseaussendung.

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