USA kämpfen mit Dollarflut gegen Europa und Asien

Während der Rest der Welt sich langsam zu erholen scheint, verharren die USA weiterhin in der Krise. Doch Ben Bernanke, Chef der US-amerikanischen Notenbank, greift zu einem altbekannten Zaubermittel. Ab November werden in den Vereinigten Staaten die Notenpressen glühen. Experten erwarten, dass bis Jahresende eine Flut von 500 Milliarden US-Dollar über die Finanzmärkte hereinbrechen wird.

Experte kritisiert US-Politik und sieht neue Blasen

Diese Politik heizt den Währungsstreit mit der neuen Wirtschaftsmacht China weiter an. Die Volksrepublik wirft den Vereinigten Staaten berechtigterweise vor, den Dollar künstlich zu schwächen. Der Schweizer Vermögensberater Marc Faber ortet bereits neue Blasen am Horizont der Finanzmärkte. „Die Notenbank kann zwar Dollars drucken, aber sie kann nicht kontrollieren, wohin das Geld fließt“, kritisiert Faber die US-amerikanische Währungspolitik. Entscheidungsträger behaupteten, aus der Finanzkrise gelernt zu haben, doch die Realität sieht leider anders aus. Die Weltwirtschaft erholt sich langsam von den Nachwirkungen der größten geplatzten Blase seit 1929 – währenddessen wird bereits kräftig an der nächsten gebastelt.

Obama lässt immer mehr frische Dollars drucken und fordert Deutschland auf, zum Wohl der Weltwirtschaft immer neue Schuldenberge aufzutürmen, während er gleichzeitig einen protektionistischen Handelskrieg mit China führt. Es ist an der Zeit, dass sich Europa gegen diese ökonomische Bevormundung, die ein enormes Gefahrenpotential für unsere Wirtschaft birgt, auflehnt. John Conally, Finanzminister unter Richard Nixon, hat es bereits eindeutig ausgesprochen: „Der Dollar ist unsere Währung, aber Euer Problem.“ Damals inflationierte die Federal Reserve den Dollar und zerstörte so das Wechselkurssystem von Bretton-Woods zum kurzfristigen Vorteil der amerikanischen Wirtschaft.

Entwicklungsländer geraten in die Zinsfalle

Um der hervorgerufenen Inflation Herr zu werden, hoben die USA die Zinssätze an. Schließlich lagen diese im zweistelligen Bereich. Entwicklungsländer konnten deshalb die Zinsen für ihre Schuldenberge nicht mehr bedienen und wurden oftmals endgültig zu „failed states“. In Kooperation mit der japanischen Notenbank drückte die FED den Kurs des Yen innerhalb von zwölf Monaten um 60 Prozent. Die bis dahin aufstrebende Exportindustrie der Tigerstaaten brach deshalb im Jahr 1997 zusammen. Diese Beispiele zeigen, wie rücksichtslos die USA ihre Währung zum eigenen Vorteil einsetzen – auf Kosten der übrigen Welt.

China rebelliert bereits gegen diese Großmannssucht, während die Notenbanker Europas in Untätigkeit verharren. Österreichs Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny räumte in einem Interview mit dem „Wirtschaftsblatt“ ein, dass der Euro die Hauptlast der amerikanischen Währungspolitik zu tragen habe. Insbesondere Exporte in Länder außerhalb des Euroraumes werden durch den künstlich niedrigen Kurs erschwert.

Einzig der französische Präsident Nicolas Sarkozy spricht das Problem direkt an: „Niemand kann leugnen, dass die Instabilität der Kurse eine schwere Bedrohung für das Wachstum der Weltwirtschaft darstellt.“ Man wird sehen, ob dieser Erkenntnis auch die entsprechenden Taten folgen.

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