Ungarn: Giftschlamm-Opfer wissen nicht, wie es weitergehen soll

Ein Hilfskonvoi der FPÖ fuhr am Allerheiligen-Wochenende ins ungarische Kolontar, wo vor rund einem Monat die Giftschlamm-Katastrophe neun Menschen das Leben gekostet und Hunderte obdachlos gemacht hatte. Schon rund 20 Kilometer vor dem Unglücksort werden die ersten Zeichen sichtbar: Ein Feld ist mit ausgetrocknetem Rotschlamm bedeckt, ein Fluss führt rotes Wasser, er mündet in die Donau.

Schon in die Nachbarortschaft Devecser ist die Zufahrt nur mit behördlicher Genehmigung möglich. Polizei und Militär riegeln das Gebiet ab. Straßen und Fahrzeuge sind mit rotem Staub überzogen. LKW versprühen Wasser und versuchen vergeblich, die Straßen zu säubern. Die FPÖ-Helfer setzen Atemschutzmasken auf. Die Bevölkerung trägt jedoch kaum noch welche.

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In Kolontar angekommen, treffen die Helfer um Karl Eggl, Wiener Obmann des Vereins SOS Abendland, mit Bürgermeister Karoly Tili zusammen. Er bekommt einen Drucker mit ausreichend Toner, auf den er seit der Katastrophe vergeblich wartet. Nicht ohne Grund: Tili will eine Liste der Protestunterschriften und eine Klagschrift gegen das Aluminiumwerk, das die Katastrophe verursacht hat, ausdrucken. Für die Menschen in Kolontar bringen die Helfer vier Autos voll mit Kleidung, Bettzeug, Reinigungsmitteln, Artikeln des täglichen Gebrauchs und Medikamenten, die von der FPÖ-Bezirksgruppe Ottakring gespendet wurden. Man hat sich schon im Vorfeld durch lokale Politiker informieren lassen, welche Dinge besonders benötigt werden.

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Eine volksdeutsche Familie – Teil einer noch 64 Menschen zählenden Minderheit im Unglücksgebiet – koordiniert die weitere Verteilung der Spenden. Ihr Haus wurde gerade noch verschont, der Hof ist jedoch völlig verseucht, das Erdreich musste abgegraben werden.

Keine Notunterkünfte, aber Aluminiumwerk läuft weiter

Die Menschen in Kolontar wissen bis heute nicht, wie es weitergeht. Die Regierung hat ihnen nicht einmal Notunterkünfte zur Verfügung gestellt, die meisten sind bei Verwandten untergekommen. Ob das Dorf neu aufgebaut werden kann oder ob die Menschen umgesiedelt werden, ist bis heute nicht bekannt.

Der Zorn richtet sich nun gegen die Betreiber des Aluminiumwerkes. Seit 1986 landet der giftige Rotschlamm in jenem Auffangbecken, das nun geborsten ist. Von einer Entsorgung war niemandem etwas bekannt. Der Besitzer des Werks ist einer der reichsten Ungarn. Er wurde nur kurz festgenommen und ist wieder frei. Die Fabrik in Kolontar arbeitet wieder auf Hochtouren. Bei der Privatisierung, erzählen die Menschen, wurde sie für 10 Millionen Forint verkauft. Das ist weniger, als einer der Luxus-Dienstwagen der Vorstandsmitglieder kostet. Im Gegenzug verpflichteten sich die neuen Besitzer, vier Milliarden Forint in den Umweltschutz zu investieren. Den Dorfbewohnern ist jedoch nie eine Änderung aufgefallen.

Weitere Hilfsfahrt in Vorbereitung

Die FPÖ-Helfer planen eine weitere Fahrt ins Katastrophengebiet. Sie bekommen nun Listen mit jenen Gegenständen, die am dringendsten benötigt werden. Wer spenden oder mithelfen möchte, wendet sich an Karl Eggl unter 0699/17575641 oder Karl.Eggl@sosabendland.at.

Foto auf der Startseite: DigitalGlobe / www.digitalglobe.com

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