Teure Werbekampagne der Polizei

In Zeiten wie diesen gilt der Beruf Polizist als besonders krisensicher. Im Vorjahr bewarben sich aus diesem Grund auch 2.659 Personen bei der Wiener Polizei. Eine Steigerung um das Doppelte gegenüber 2008. Dennoch läuft trotz notorischer Budgetknappheit derzeit eine besonders intensive Werbeoffensive.

Im Zuge einer Aufnahmeoffensive bis 2013 bemüht sich die Polizei verständlicherweise um qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber. Fast 1500 hatten im Rahmen einer Auswahlprüfung im Jahr 2009 die Möglichkeit, ihre Tauglichkeit für die Exekutive unter Beweis zu stellen. 450 von ihnen wurden schließlich auch in den Dienst aufgenommen. So viele wie schon lange nicht mehr.

Trotz der eigentlich hohen Attraktivität des Berufes (6 Interessenten kommen auf eine Planstelle) läuft unter der Verantwortung von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) nun eine ganzjährige Offensive zur Werbung von neuen Polizeischülern. Dass den Kollegen an der Basis sprichwörtlich schön langsam die Luft ausgeht, weil sie mit drastischen Einsparungen konfrontiert sind, kümmert die Ministerin dabei wenig.

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Die Polizei. Mehr als ein beruf - WerbekampagneMit der Kampagne „Die Polizei – Mehr als ein Beruf“ will Fekter das Interesse für den abwechslungsreichen Beruf eines Polizisten wecken. Dafür sind auch 2.214.924,66 Euro aus den Budgetmitteln des Innenministerium vorgesehen. Plakat und Kinospots machen dabei den größten Teil des Werbeetats aus – jeweils knapp eine Million Euro, wie die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des FPÖ-Exekutivsprechers Werner Herbert zeigt. Einsparungen in anderen Bereichen der Polizei soll es dafür laut Fekter nicht gegeben haben.

Blickt man auf das Resultat der Kampagne, scheint der Mitteleinsatz kaum gerechtfertigt. Klarerweise stiegen die eingelangten Bewerbungen zu Beginn der Werbekampagne an. In Anbetracht dessen, dass die Plakate eher als Imagewerbung für die Ministerin wirken und wenig Informationen über das eigentliche Berufsbild vermitteln, ist die budgetierte Werbesumme unverhältnismäßig.

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