Gerüchte zum Rücktritt von Horst Köhler

Der Rücktritt des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler kam überraschend und scheint durch die Kritik an seinen Äußerungen zu deutschen Militäreinsätzen nicht hinreichend begründet. Folglich machen schnell Gerüchte die Runde.

Der Journalist Andreas Unterberger sucht in seinem Tagebuch nach Parallelen zum kürzlich erfolgten Rückzug des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und findet beide "im seltsamen Verhalten Merkels in der Finanzkrise begründet. Da hat die Bundeskanzlerin ja massivem Druck aus Frankreich, den USA und etlichen Schuldnerstaaten  nachgegeben, dass – vereinfacht ausgedrückt – die Europäische Zentralbank und der deutsche Steuerzahler zur Rettung der verschuldeten EU-Staaten ausrücken müssen" – Was nach Ansicht vieler ein glatter Rechtsbruch sei.

Unterstützt wird Unterbergers Deutung durch ein Gerücht, das seit kurzem die Runde macht: Köhler sei deshalb zurückgetreten, weil ihm alle namhaften Fernsehsender eine TV-Rede an die Nation verweigert hätten. In dieser Rede, so heißt es, wollte Köhler heftige Kritik üben an der deutschen Politik in der Finanzkrise und an dem Umstand, dass durch Griechenland-Rettung und Euro-Stützung eine kaum reparable Budgetkrise entstünde. Diese Sicht der Dinge wollten die Medienzaren den Bürgern offenbar nicht zumuten.

Die SPD hat inzwischen bereits eine Nachfolge-Kandidatin für Köhler gefunden. Der niedersächsische Parteivorsitzende Olaf Lies schlägt die nach einem Alkoholexzess mit anschließender Autofahrt zurückgetretene Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, vor. Dann doch lieber Songcontest-Siegerin Lena Meyer-Landrut, wie "Die Welt" nicht ganz ernst gemeint fordert.

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