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Irak

Bald könnte die trügerische Ruhe in irakischen Außenposten des Militärs wieder von blutigem IS-Terror gestört werden.

11. Juni 2020 / 12:02 Uhr

Irak: Der „Islamische Staat“ meldet sich mit Terroranschlägen zurück

Vor gut einem Jahr sah die internationale Staatengemeinschaft den „Islamischen Staat“ (IS/Daesh) und sein in Syrien und im Irak errichtetes „Kalifat“ besiegt. Jetzt meldet sich der IS im Irak mit Terroranschlägen und bewaffneten Überfällen auf Zivilisten und das Militär auf dem Kriegsschauplatz zurück. Im Schatten der Corona-Krise des letzten halben Jahres haben die islamistischen Terrormilizen die Zeit genutzt, um neue organisatorische und personelle Strukturen für die Fortsetzung ihres „heiligen Krieges“ gegen die „Ungläubigen“ zu sammeln.

Gut getarnte Sprengfallen am Straßenrand und Überfällen aus dem Hinterhalt auf kleinere Posten und Einheiten der irakischen Sicherheitskräfte prägen derzeit die Taktik der Terroristen. Allein im April 2020 hat der IS im Irak mehr als hundert erfolgreiche Anschläge und Überfälle für sich reklamiert. Damit hat sich die Intensität des Terrors gegenüber den Vormonaten mehr als verdoppelt.

Terroristen nutzen politische Instabilität im Irak

Der IS nutzt vor allem die fortgesetzte politische Instabilität im Irak, um wieder an Boden zu gewinnen. Propaganda- und Rekrutierungs-Kampagnen wurden in den letzten Monaten vor allem im Westen und Süden des Iraks gestartet. Auch im Grenzgebiet zu Syrien und um Norden und Nordosten Syriens versucht man, alte Bastionen wieder neu aufzubauen.

Nachdem das US-Militär aus den kurdischen Autonomiegebieten im Nordosten Syriens im Oktober 2019 abgezogen wurde, waren türkische Streitkräfte in die Region einmarschiert und hatten die kurdischen Einheiten vertrieben. Dieser Machwechsel in einer sensiblen Region hat dem IS neuen Aufschwung verschafft.

11.000 gefangene IS-Kämpfer als neue „Gotteskrieger“?

Ein zusätzliches Drohpotential für die instabile Lage in Syrien und im Irak bilden die rund 11.000 gefangenen IS-Kämpfer, die sicher derzeit in Gefangenenlagern unter syrisch-kurdischer Kontrolle im Nordosten des Landes befinden. Dazu kommen zehntausende Familienangehörige der islamistischen „Gotteskrieger“. Immer wieder gelingt es einzelnen IS-Kämpfern, aus den schlecht gesicherten Gefangenenlagern auszubrechen.

Die ausgebrochenen Terroristen bilden den personellen Nachschub für neue Kampf-Zellen. Sollte ein Massenausbruch gelingen, dann hätte der IS auf einen Schlag wieder tausende fanatische Kämpfer und damit die Basis für die Errichtung eines potentiellen neuen „Kalifats“.

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