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Sebastian Kurz / Gernot Blümel

Der Politskandal um ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel schwächt auch ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz: Der Nimbus ist weg.

23. Februar 2021 / 12:40 Uhr

„Die schwärzesten Tage von Kurz’ Kanzlerschaft“: So sehen ausländische Medien den Politskandal in Österreich

Während sich der Mainstream in Österreich bemüht, nach der „Blümel-Affäre“ rasch wieder zur Tagesordnung überzugehen, sprechen ausländische Medien klar an, was Sache ist.

In anderen Ländern wäre Rücktritt bereits erfolgt

So berichtet das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) über „Die schwärzesten Tage von Kurz’ Kanzlerschaft“:

Die Ibiza-Affäre ist keine zwei Jahre her, schon steckt Österreich in einem neuen Politskandal. Wieder geht es um mögliche Bestechung und wieder um Parteispenden. Verstrickt ist Finanzminister Gernot Blümel.

In einem Gespräch mit der profil-Journalistin Eva Linsinger wird der Politskandal in allen Facetten beleuchtet. Etwa, dass Österreich bekannt für Skandale, Skandälchen und Alltagskorruption sei. Dass in anderen Ländern allein schon solche Vorwürfe, die gegen ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel erhoben wurden, für einen Rücktritt reichen würden. Und vor allem: Dass es noch nie eine Hausdurchsuchung bei einem amtierenden Finanzminister gegeben habe.

Der Nimbus von Kanzler Kurz ist weg

Lindinger führt aus, dass die laufenden Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zu Casinos Austria und Novomatic extrem gefährlich für ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz seien. Blümel sei ein enger Vertrauter von Kurz. Schließlich geht die profil-Journalistin im Interview mit SRF mit der gesamten ÖVP-Mannschaft hart ins Gericht:

Es sind die schwärzesten Tage, seit er Kanzler ist. Sein Nimbus ist weg. Vor vier Jahren trat er an als derjenige, der es nicht nötig hat, sich mit altertümlichen Bünden und Bundesländern herumzuschlagen. Als jemand, der allein nach seinem Gewissen handelt und keine Ratschläge braucht. Dieser Ruf des Machers ist auch durch die grenzpeinlichen Tirol-Auftritte extrem angeschlagen. Dort wurde klar: Kurz‘ Macht reicht nur bis an die Grenzen seiner Landeshauptleute.

Zudem hat sein politischer Spezi, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Grenzkontrollen zu Österreich verhängt. Zentrale Figuren aus dem Kabinett Kurz sind angeschlagen. Auch die Personalauswahl bei den Ministerposten rächt sich. Es ging zuerst um Loyalität und nicht um Kompetenz. Das merkt man in der Krise – und es bringt die ÖVP gehörig ins Taumeln.

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