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Gusenbauer, Schüssel, Kern, Schelling, Kreml

Gusenbauer, Schüssel, Kern, Schelling – die Liste österreichischer Politiker, die sich später „in Dienste“ von Wladimir Putin begaben, ließe sich weiter fortsetzen.

23. Februar 2022 / 10:16 Uhr

Die Doppelmoral der SPÖ- und ÖVP-Politiker: …und nachher kassieren alle ab bei Wladimir Putin

Regierungsmitglieder warfen in den vergangenen Tagen die österreichische Neutralität komplett über Bord und machten zum Teil haarsträubende Aussagen zum Ukraine-Konflikt mit Russland. Unzensuriert berichtete. Wer weiß, wer sich nach seiner politischen Karriere trotzdem in den Sold von Wladimir Putin begibt? Vorbilder aus ÖVP und SPÖ gibt es ja genug.
Später vielleicht im Aufsichtsrat eines russischen Konzerns
Völlig auszuschließen ist es ja nicht, dass ÖVP-Verfassungsministerin Karoline Edtstadler („die Neutralität Österreich gilt nicht, wenn es zu einem Landraub in Europa kommt“) eines Tages im Aufsichtsrat eines russischen Gaskonzerns sitzt, oder ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg, der das Geschehen in Donezk und Lugansk sogar mit dem Einmarsch Hitler-Deutschlands in Österreich 1938 verglich, später ob der Aussage aber zurückruderte.
Geld von Putin stinkt nicht
Würden Christian Kern (SPÖ) oder Wolfgang Schüssel (ÖVP) noch Bundeskanzler in Österreich sein, müssten sie wohl oder übel die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland mittragen. Doch jetzt, in Polit-Pension, stinkt auch das Geld von Wladimir Putin nicht. Schließlich muss man ja auch von etwas leben!
Kern will Mandat nicht zurücklegen
Der sozialdemokratische Ex-Kanzler Kern sitzt im Aufsichtsrat der russischen Staatsbahn RZD und möchte sein Mandat – trotz Konflikts – nicht niederlegen, wie er dem Standard sagte:

Ich habe keine politische Aufgabe oder Lobbyingtätigkeit, sondern sitze dort als ehemaliger Bahnchef und Branchenkenner. Bei meiner Arbeit geht es darum, das Transportwesen zu modernisieren und den Frachtverkehr zwischen Europa und Asien besser zu verbinden.

Das Einkommen aus dieser Tätigkeit sei nicht wirklich relevant. Vielmehr sei es eine hochinteressante Aufgabe, „die ich auch für null Euro machen würde“.
Auch Schüssel bleibt bei Lukoil
Der ehemalige ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel bekleidet schon längerer Zeit ein Mandat im Board of Directors des russischen Mineralölkonzerns Lukoil. Seine Sprecherin Heidi Glück richtete dem Standard aus, dass es keine Notwendigkeit gäbe, davon zurückzutreten. Das Unternehmen sei an der Londoner Börse notiert und außerdem keine Staatsfirma.
Schelling beriet Gazprom
Schüssels Parteikollege Hans Jörg Schelling hatte kurz nach seiner Ministerzeit den russischen Gastkonzern Gazprom beraten. Nach diesem Engagement gäbe es keine Tätigkeit mehr in Russland, sagte Schelling auf Nachfrage des Standard.
Gusenbauer bei Kreml-nahem „Thinktank“
Auch der SPÖ-Kurzzeit-Kanzler Alfred Gusenbauer soll mit Russland gut vernetzt sein. Einst Aufsichtsratsmitglied des Kreml-nahen Dialogue of Civilizations Research Institute (DOC), will er aber seit Jahren keinen Kontakt mehr mit dem Institut haben, wie er ebenfalls dem Standard sagte.

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