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Kai Diekmann und seine PR-Agentur stehen seit kurzem im Dienste der ÖVP. Dass der Ex-Bild-Chefredakteur einst mit Wladimir Putin sogar die Badehose teilte, regt in Österreich offenbar niemanden auf.

11. April 2022 / 22:02 Uhr

Wo bleibt Aufschrei? Ex-„Bild“-Chef und jetziger ÖVP-Berater teilte mit Putin sogar Badehose

Die ÖVP kommt aufgrund ihrer schier endlosen Skandale nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Daher soll es nun ein deutscher Medienprofi richten. Mit der PR-Agentur „Storymachine“ von Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann holte man sich prominente (und sicherlich auch kostspielige) Unterstützung für die berühmte „Message Control“. Dass nun ausgerechnet Diekmann selbst ÖVP-Kanzler Karl Nehammer in die Ukraine belgeitete, sollte eigentlich für einen veritablen Skandal sorgen.
Enger Vertrauter des russischen Präsidenten

Denn Diekmann gilt als enger Bekannter von Russlands Präsident Wladimir Putin – auch wenn er sich heute krampfhaft von ihm zu distanzieren versucht. Wie der ehemalige Chefredakteur selbst gerne erzählte, traf er Putin in den vergangenen Jahren mehrmals und baute zudem eine sehr persönliche Beziehung zu ihm auf. Im Jahr 2001 ging diese „innige Beziehung“ sogar soweit, dass ihm Putin eine Badehose lieh, als die beiden schwimmen gingen, wie das Redaktionsnezwerk Deutschland berichtete:

Das war 2001, als Putin gerade mal ein gutes Jahr im Amt war. Der damalige „Bild“-Chefredakteur traf ihn zu einem Interview in dessen privater Datscha in Sotschi. […] Im Anschluss habe Putin ihm angeboten, schwimmen zu gehen. Als er meinte, keine Badehose zu haben, bot ihm der Präsident eine von ihm an – sie gingen schwimmen.

Bei Kneissl ein Skandal, bei der ÖVP keine Meldung wert
Nun sei es dem neuen „Mastermind“ der ÖVP-Kommunikation unbenommen, mit Staatspräsidenten baden zu gehen und sich mit ihnen die Schwimm-Utensilien zu teilen. Was jedoch auffallend ist, ist einmal mehr die Doppelmoral der heimischen Mainstream-Medien.
Denn immer noch wird die ehemalige FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl massiv dafür angegriffen und persönlich angefeindet, dass sie den russischen Präsidenten zu ihrer Hochzeitsfeier eingeladen und mit ihm dort getanzt hatte. Dass sich Kanzler Nehammer allerdings mit Diekmann einen offensichtlich innigen Freund Putins zu seiner Reise in das ukrainische Kriegsgebiet einlud – angeblich, ohne ihn dafür zu bezahlen – stößt niemandem sauer auf.
Dubiose Beratung für die ÖVP
Wie zunächst der Exxpress berichtete, soll Diekmann nun „Berater“ von ÖVP-Kanzler Nehammer sein. Doch rasch darauf kam das Dementi aus der ÖVP-Zentrale. Laut Standard reiste Diekmann auf „Einladung des Bundeskanzleramts aufgrund seiner Expertise in Bezug auf politisch internationale Reisen“ in die Ukraine mit. Er soll dafür kein Honorar erhalten haben.
Festgehalten wurde auch, dass er selbst nicht als Berater fungiere, sondern lediglich seine Agentur „einen Exklusivvertrag“ mit der Volkspartei und deren Parlamentsklub zum Zwecke der medialen Unterstützung für den ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss abgeschlossen habe. Konkrete Details, etwa zu den Kosten dafür, wurden nicht genannt.

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