Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Komisch, obwohl Gäste nur als Privatpersonen eingeladen sind, sammeln sich beim alljährlichen Bilderberger-Treffen, das in diesem Hotel seinen Ausgang nahm, die Lenker von Staaten und Wirtschaft.

5. Juni 2022 / 11:03 Uhr

Bilderberger-Konferenz 2022 findet gerade statt – und niemand berichtet darüber

Ja, sogar mit einer Pressemitteilung machten die „Bilderberger“ darauf aufmerksam, dass vom 2. Juni bis heute, Sonntag, das alljährliche Treffen von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und den Mainstream-Medien, dieses Mal in Washington DC (USA), stattfindet. Ein Treffen, das umstritten ist, zumal so ziemlich alles geheim ist: die Ziele des Treffens, die genaue Tagesordnung und vor allem die Ergebnisse oder gar Absprachen.
Ohne lästige Öffentlichkeit
Nicht nur tatsächlich, auch was die Berichterstattung betrifft, wird „im Hinterzimmer“ agiert. Kein einziges Mainstream-Medium berichtet bisher darüber, dass zusätzlich zu all den „wichtigen“ und offiziellen Treffen vielfach die gleichen Mächtigen zusammenkommen, um über politische Ziele zu debattieren – aber dann eben ohne lästige Öffentlichkeit.
So schreiben die Bilderberger selbst:

Dank des privaten Charakters des Treffens nehmen die Teilnehmer als Einzelpersonen und nicht in offizieller Eigenschaft teil und sind daher nicht an die Konventionen ihres Amtes oder an vorab vereinbarte Positionen gebunden.

Privateinladung entbindet Politiker nicht
Doch diese Themen betreffen die Weltöffentlichkeit unmittelbar, denn es geht um „geopolitische Neuordnungen“, „Störungen des Finanzsystems“, Ukraine-Krieg, Konkurrenzstellung von USA und China und die Gesundheitspolitik nach Corona.
Und eingeladen werden die Politiker und Entscheidungsträger ja nicht, weil sie nette Privatpersonen sind. Davon gibt es Millionen an Menschen, die aber eben nicht eingeladen sind. Kritiker werfen der Bilderberger-Konferenz vor, enormen Einfluss auf Politik und Wirtschaft außerhalb des demokratischen Meinungsbildungsprozesses auszuüben.
Als „Hinterzimmer“ gegründet
Benannt ist die Konferenz mit den 120 bis 140 handverlesenen Gästen nach dem holländischen Hotel de Bilderberg. Dorthin lud 1954 Prinz Bernhard der Niederlande einflussreiche Persönlichkeiten ein, um hinter verschlossenen Türen die internationalen Problem zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.
Etwa zwei Drittel der Teilnehmer kommen aus Europa, der Rest aus Nordamerika; etwa ein Viertel aus Politik und Verwaltung und der Rest aus anderen Bereichen, vor allem von Konzernen.
Handverlesene Gästeliste
Unter den Teilnehmern aus 21 Ländern finden sich heuer illustre, aber einflussreiche Persönlichkeiten, wie der Chef des Corona-Impfstoffherstellers Pfizer, Albert Bourla, Michel Charles, Chef des Europäischen Rates und Vertreter der EU-Kommission, UNESCO-Generaldirektor José Manuel Barroso, vormals EU-Kommissionschef und aktuell Vorsitzender von Goldman Sachs, und Staatssekretär im Bundeskanzleramt in Berlin Jörg Kukies.
Auch der jetzige Arbeitgeber von Österreichs ehemaligem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Peter Thiel, ist vertreten. Für Österreich nehmen außerdem Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger und Andreas Treichl, Präsident von Österreichs Erste Bank-Stiftung und Leiter des Forum Alpbach, teil.

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