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Kniefall Fußball

Auch Spieler des deutschen Fußball-Nationalteams knien vor dem Spiel – im Bild die Chelsea-Spieler Kai Havertz und Timo Werner.

5. Juni 2022 / 12:14 Uhr

UEFA will Ungarn in die Knie zwingen, doch das Fußball-Nationalteam bleibt auch beim „Geisterspiel“ stehen

Das ungarische Fußball-Nationalteam kniete gestern, Samstag, vor seinem sensationellen 1:0-Sieg in der Nations League über England nicht nieder, um gemäß der „Black Lives Matter“-Bewegung gegen Diskriminierung von Schwarzen zu protestieren.
UEFA bringt Politik in Stadien
Politik habe im Sport nichts verloren – das predigen auch Funktionäre des europäischen Fußballverbandes UEFA immer wieder. Sie wollen, betonen sie stets, keine Politik in den Stadien zulassen. Doch für „Black Lives Matter“ oder Regenbogenfarben als Symbol für Schwule und Lesben macht die Organisation „Ausnahmen“. Zuletzt trat Deutschlands Kapitän Manuel Neuer bei der Europameisterschaft mit einer Regenbogen-Kapitänsbinde an.
Ein Ungar kniet vor Gott, seinem Land und seiner Frau
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán äußerte sich bereits im Oktober 2021 gegen das Niederknien vor einem Fußballspiel. Er habe nicht einmal die geringste Sympathie dafür, beim Sport gehe es um etwas anderes, die Bedeutung solcher Gesten sei kulturell abhängig. Wörtlich sagte er gegenüber Ungarn heute:

Ein Ungar kniet in drei Fällen nieder: vor Gott, vor seinem Land und wenn er um die Hand seiner Geliebten anhält. In allen anderen Fällen ist es kulturell fremd für uns. Wir erwarten von unseren Nationalmannschaften nicht, dass sie sich niederknien, wir erwarten das Gegenteil, dass sie gewinnen, dass sie kämpfen und wenn sie scheitern, dann „stehend sterben“.

30.000 Zuschauer bei „Geisterspiel“
Wegen Buhrufen der Fußballzuschauer gegen ein Team, das niederkniete, verhängte die UEFA am Samstag für das Nations-League-Heimspiel in Budapest gegen England ein Zuschauerverbot. Das „Geisterspiel“ war mit mehr als 30.000 Besuchern aber dennoch gut gefüllt, denn gemäß UEFA-Regularien durften Kinder bis zum Alter von 14 Jahren trotzdem ins Stadion.
Als das englische Team wie gewohnt kurz vor Anpfiff als Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung auf die Knie ging, waren aber wieder Buhrufe zu hören. Die Absicht des europäischen Dachverbands, Ungarn wegen einschlägiger Aktionen seiner Fans während der EM-Spiele gegen Portugal, Frankreich und Deutschland zu bestrafen, wurde damit geradezu konterkariert.
„Gast sollte Einheimische nicht provozieren“
Schon nach den Ereignissen währen der Europameisterschaft äußerte sich Viktor Orbán zum Auspfeifen der gegnerischen Mannschaft, wenn diese niederknien, wörtlich so:

Wenn man in einem Land zu Gast ist, sollte man die Einheimischen nicht provozieren.

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