Neuer Tsunami für die EU: Machen sich hunderttausende im Libanon gestrandete illegale Migranten und Glücksritter bald auf den Weg nach Europa?

Foto: Österreichisches Außenministerium / wikimedia.org (CC-BY-2.0)
Libanon: 1,5 Millionen illegale Migranten als hochexplosives Pulverfass

Eine gefährliche Melange wird derzeit im politisch und ökonomisch instabilen Libanon zusammengebraut. Bald könnten hundertausende Migranten am Weg nach Europa sein. Im Land halten sich aktuell nicht weniger als 1,5 Millionen illegaler Migranten auf. Ein erheblicher Teil von ihnen soll im Zuge des syrischen Bürgerkriegs aus dem Nachbarland geflohen sein. Es sollen sich aber auch illegale Migranten und Glücksritter aus anderen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens und Afrika dort befinden, deren Zahl täglich anwächst.

Bei einer Gesamteinwohnerzahl von rund sechs Millionen Bürgern im Libanon ist dieser hohe Anteil an Nicht-Staatsbürgern eine politische und ökonomische Zeitbombe. Korruption, Klientelwirtschaft und ein politisches System, das auf dem Kastenwesen der drei dominierenden Religionsgemeinschaften der Schiiten, Sunniten und Christen aufbaut, verschlechtern die Lage darüber hinaus von Woche zu Woche.

Explosions-Katastrophe war Resultat des libanesischen Desasters

Die Explosionskatastrophe vom 4. August war das Resultat des libanesischen Desasters. Die früher einmal funktionierende Staatsverwaltung wurde durch den politisch-religiösen Proporz zerstört. Es herrscht ein einziges Vetternsystem, das etwa auch dazu beigetragen hat, dass die Hafen- und Zollverwaltung in Beirut jahrelang weggesehen hat, wenn es um die Lagerung von explosiven Chemikalien gegangen ist. Das Resultat ist bekannt.

Die gescheiterte Regierungsbildung unter Mustapha Adib verschärft die Lage weiter. Gibt es keine stabilen politischen Strukturen, dann wird sich auch die internationale Staatengemeinschaft nicht zu konkreten ökonomischen Hilfeleistungen für den Wiederaufbau des Landes verständigen können. Ohne ein solches Aufbauprogramm kann die Volkswirtschaft nicht gesunden.

Illegale Migranten sind Rekrutierungs-Potential radikaler Islamisten

Und die rund 1,5 Millionen Migranten im Land werden zunehmend als Rekrutierungs-Potential radikaler Islamisten gesehen. Sowohl der sunnitische „Islamische Staat“ (IS/Daesh), als auch die schiitische Hisbollah versuchen, junge, wehrfähige Männer im Libanon für ihre Milizen anzuwerben. Diese neuen Milizverbände könnten nicht nur den abgeklungenen syrischen Bürgerkrieg neuerlich entfachen, sondern auch die Machtverhältnisse im Libanon komplett umkehren.

Und wenn sich hunderttausende Migranten dann über den Seeweg in Richtung Europäische Union, sprich vor allem Zypern und die griechischen Inseln, aufmachen, dann wird der Druck auf die Entscheidungsträger in Brüssel und den einzelnen EU-Staaten medial wieder zunehmen, illegale Migranten in großem Stil aufzunehmen.

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