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Wohungseigentümer in Markomannenstraße

Die Wohnungseigentümer in der Markomannenstraße protestieren gemeinsam mit Magier Tony Rei für ein genießbares, von Legionellen befreites Trinkwasser.

11. August 2022 / 13:44 Uhr

Trinkwasser-Drama in Kagran: Mieter holen sich Hilfe bei Magier Tony Rei

Statt Hochquellwasser aus den steirischen Alpen Legionellen in der Wasserleitung – das Trinkwasser-Drama in Wien-Kagran treibt die verzweifelten Wohnungseigentümer der Markomannenstraße 13-15 zu ungewöhnlichen Schritten: Um auf ihre prekäre Situation aufmerksam zu machen, baten sie Zauberweltmeister Tony Rei, der auch der Wiener Naturwacht vorsteht, um Hilfe.
Tote Fische im Aquarium
Vor ihrem Wohnhaus stellten sich die Mieter nun gemeinsam mit Tony Rei zum Protest auf. Auf den Tafeln ist zu lesen: „Verseuchtes Trinkwasser stoppen“, „Wann reagiert Sozialbau?“ oder „Soll Tony Rei zaubern?“. Wie berichtet, schlugen Beata und Werner K. im Juni Alarm, als tote Fische im Aquarium lagen. Es folgte ein privat in Auftrag gegebenes AGES-Gutachten, das im Wasser Bakterien und Legionellen nachgewiesen hat.
Desinfektion der Trinkwasseranlage
Die Sozialbau AG als Hausverwalter des Gebäudes reagierte, führte selbst Prüfungen durch und bestätigte auf Stiege 1 eine mittlere und auf anderen Stiegen eine leichtere Legionellen-Belastung. Am 28. Juli wurden dann die Wohnungseigentümer informiert, dass am 1. August eine chemische Desinfektion in der gesamten Trinkwasserversorgungsanlage (alle 13 Stiegen) durchgeführt werde. Kosten für die Wohnungseigentümer: mehr als 50.000 Euro.
Tony Rei: „Mieter werden getäuscht“
Magier Tony Rei, der sozusagen als „Anwalt“ für die Wohnungseigentümer einspringt, bezeichnete die Maßnahme der Sozialbau AG wörtlich als „Schwachsinn“. Hier werde „Gift“ in die Wasseranlage gepumpt, wodurch das eigentliche Problem nicht behoben, sondern noch verschlimmert werde, so Rei. Die Bewohner würden in einem Rundschreiben getäuscht, in dem ihnen versichert werde, dass das Trinken des Wassers nach wenigen Minuten des Spülens „absolut unbedenklich“ sei. In Wahrheit, so Rei, würden Warm- und Kaltwasserleitungen zu nahe beisammen liegen. Einzige Lösung: neue Leitungen.
Massive Mängel bei Installationen
Rei legt ein Gutachten der Installationsfirma Hans Hunger vor, in dem massive Mängel bei Installationen festgestellt wurden. Darin heißt es unter anderem:

…in den Schächten sind die Leitungen mit Rollenfilz „isoliert“, dieser ist komplett ungeeignet, weiters ist die nachträglich angebrachte Isolierung im Schacht bei Stiege 1 / T28 derart mangelhaft, dass es keinen Unterschied macht, ob es eine gibt oder nicht…

Fall für ATV-Staffel „Pfusch am Bau“
Die Überprüfung der Installationsfirma, deren Ergebnis ein Fall für die ATV-Staffel „Pfusch am Bau“ sein könnte, hat unzensuriert der Sozialbau AG übermittelt. Diese kannte das Gutachten nicht. Der Leiter der Kommunikationsabteilung meinte, dass man aufgrund der Probleme bereits im Dezember 2021 den Experten Univ.-Doz. Peter Johannes Schütz beauftragt habe, die Ursache zu finden. Leider hätten die Probleme aufgrund der Komplexität der Anlage noch nicht restlos gelöst werden können. Wörtlich hieß es weiter:

Da die gemessenen Temperaturen in den Leitungen das Legionellenwachstum begünstigen, wird nach Ablauf der chemischen Intensivdesinfektion weiterhin das verwendete Mittel in geringerer Konzentration eingespeist. Dies verhindert die erneute Ausbreitung von Legionellen und anderen Bakterien auch bei geringen Temperaturen… Nach Abschluss der Desinfektion werden erneut Proben entnommen und ausgewertet. Es ist davon auszugehen, dass danach keine Legionellen mehr im System nachweisbar sind…

„Keine akute Gefährdung“
Laut Sozialbau AG bestehe auch „keine akute Gefährdung“, weshalb auch keine Meldung an die Gesundheitsbehörde erforderlich sei. Sobald gesundheitsgefährliche Grenzwerte überschritten würden, erfolge in der Regel eine Meldung durch das auswertende Labor, und die Gesundheitsbehörde würde dann Wassersperren, Duschverbote oder ähnliches verordnen. Dies sei in diesem Fall nicht notwendig.

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