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Tankstelle / Frau zählt Geld

Die Wettbewerbs-Hüter sagen, dass der Rohölpreis mit dem Preis an der Zapfsäule nur noch wenig zu tun habe. Die Konsumenten werden unverschämt zur Kasse gebeten.

25. August 2022 / 10:20 Uhr

Wettbewerbs-Hüter sagen: „Treibstoff in Österreich ist deutlich zu teuer“

Die Treibstoffpreise sind seit dem Ukraine-Konflikt stark gestiegen, aber mit ihnen auch die satten Gewinne der Mineralölkonzerne wie OMV oder Shell. Seit Beginn des Krieges haben diese ihre Gewinnmargen teils verdreifacht. Jetzt hat sich die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) die Preisentwicklung genau angeschaut und kommt zum Schluss:

Treibstoff in Österreich ist deutlich zu teuer.

Denn: Allein mit dem gestiegenen Rohölpreis lassen sich die Preise an den Zapfsäulen nicht erklären. Eine normale 50-Liter-Tankfüllung hat im Juni 25 Euro mehr gekostet als vor dem Krieg. 13 Euro davon sind auf einen teureren Rohölpreis zurückzuführen, die restlichen zwölf Euro, die wir mehr zahlen müssen, stecken sich offensichtlich die Unternehmen selbst in die eigene Tasche.
Gunst der Stunde genutzt
Die Mineralölkonzerne haben laut Wettbewerbs-Hüter also die Gunst der Stunde genutzt und aus der Krise Profit geschlagen. Die BWB hat die Kraftstoffpreise analysiert. Deren interimistische Generaldirektorin, Natalie Harsdorf-Borsch, sagte gegenüber Servus-TV-Nachrichten:

Ein wesentliches Untersuchungsergebnis war, dass die Mineralölkonzerne hier ihre Profitabilität erhöht haben. Das heißt: Die Mineralölkonzerne haben ihre Bruttomarge im Zeitraum seit Beginn des Krieges verdreifacht.

Rohölpreis hat mit Preis an Zapfsäule wenig zu tun
Rechtswidrigen Marktmissbrauch oder Kartellverstöße sieht die Behörde nicht. Allerdings hätten der Rohölpreis und der Preis an der Zapfsäule nur noch wenig miteinander zu tun. Harsdorf-Borsch meinte dazu weiter:

Wir haben uns angesehen, wie haben sich die Rohölpreise entwickelt, und im Vergleich dazu, wie waren die Preise bei den Tankstellen. Wir konnten eine Entkoppelung feststellen zwischen den Rohölpreisen und den Raffinerie-Abgabepreisen. Der Konsument hat im relevanten Zeitraum deutlich mehr gezahlt an der Zapfsäule.

OMV: BWB-Bericht nicht aussagekräftig
Die OMV wehrt sich im Servus-TV-Bericht gegen dieses Darstellung und argumentiert, dass die Untersuchung der BWB nicht aussagekräftig sei. Es wäre nämlich unzulässig, Jänner und Februar mit den Monaten seit Beginn des Unkraine-Krieges zu vergleichen. Denn Anfang des Jahres wäre die Nachfrage wegen Corona noch deutlich schwächer gewesen und damit auch der Gewinn untypisch niedrig.
Feststeht: Die OMV hat im ersten Halbjahr 2022 massiv mehr Gewinn gemacht. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 hat der Konzern den Profit mehr als verdoppelt. Die FPÖ sieht sich aufgrund der BWB-Untersuchung in ihrer Argumentation bestätigt, beim Sprit einen Preisdeckel einzuführen.

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