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Michael Ludwig und Pamela Rendi-Wagner

Die Blumen von Michael Ludwig für Pamela Rendi-Wagner am 1. Mai auf dem Rathausplatz sind über Nacht verwelkt. Ludwigs Mega-Skandal bringt seine Parteichefin in grobe Erklärungsnot.

31. August 2022 / 08:21 Uhr

Umfragekaiser SPÖ wegen Milliarden-Fiaskos von Wien Energie am Rand des Abgrunds

Der Skandal um das Milliarden-Desaster bei der Wien Energie erschüttert derzeit die Republik. Aber nicht nur diese, sondern auch die SPÖ, die über Nacht vom bisherigen Umfragekaiser nahe an den Abgrund geriet.
Sicher geglaubter Kanzlersessel wieder weg
So sieht es jedenfalls der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier, der in einer Analyse in der Kronen Zeitung meinte, dass Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig den Finanzskandal gegenüber SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner vermutlich genauso verheimlicht habe wie vor dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit. Rendi-Wagner, die erste Reihe fußfrei beobachten hätte können, wie ÖVP und Grüne in der Krise von einer Schwierigkeit zur nächsten stolperten und so bequem Wahlsiegerin hätte werden können, sei ihren bereits sicher geglaubten Kanzlersessel innerhalb von nur 24 Stunden wieder los.
SPÖ-Beteiligung an Unternehmen keine Patentlösung
Filzmaier sagte, dass Rendi-Wagner nun mühsam erklären müsse, warum die Energiegesellschaft des roten Wien bei ihren Börsengeschäften auf die Nase gefallen sei. Und weiter:

Das macht ihre wichtigste Erzählung kaputt: Dass beim Krisenmanagement der Folgen des russischen Angriffskriegs und rund um die Teuerung alles besser würde, wenn die SPÖ regiert. Das Finanz- sowie Energieversorgungsproblem in Wien jedoch beweist, dass Beteiligungen der öffentlichen Hand an Unternehmen unter Verantwortung der SPÖ keineswegs immer eine Patentlösung sind.

Milliardenschwerer Rekordgewinn für Gazprom
Rendi-Wagner, ebenfalls eiserne Befürworterin der selbstmörderischen Sanktionen gegen Russland, musste nun zur Kenntnis nehmen, dass der staatlich kontrollierte russische Gaskonzern Gazprom trotz der westlichen Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges einen milliardenschweren Rekordgewinn im ersten Halbjahr erwirtschaften konnte. Unter dem Strich stand ein Ergebnis von 2,5 Billionen Rubel (umgerechnet 41,63 Milliarden Euro), wie das Unternehmen gestern, Dienstag, mitteilte. Zudem will Gazprom nun eine Zwischendividende zahlen.
Sanktionen wirken, aber bei uns
Während Russland also Rekordgewinne meldet, wirken die Sanktionen bei den Menschen, die sie verhängt haben. Und zwar in so dramatischer Weise, dass ein Bäcker – wie berichtet – statt bisher 15.000 Euro für Strom und Gas nun 90.000 Euro zahlen muss. Zudem erschüttert der Skandal um das Milliardendesaster bei der Wien Energie die Republik. Zwei Millionen Strom- und Gaskunden des Unternehmens müssen zittern, ob sie im kommenden Herbst noch mit Strom und Gas beliefert werden. Es droht neben den horrenden Preisen und einem Versorgungszusammenbruch auch noch die Pleite der gesamten Stadt Wien in einem Umfang von bis zu 17 Milliarden Euro. Würde man die Finanz-Skandale von Hypo, Konsum und BAWAG addieren, man käme nicht auf diese Summe!

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