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Die Russen fühlen sich von der UNO ausgetrickst, weil ihr Getreide primär in die ihm feindlich gesinnten Staaten verschifft wird.

10. September 2022 / 17:37 Uhr

Russland fühlt sich „betrogen“ und Weizenpreis schießt nach oben

Am Mittwoch erreichten die europäischen Weizenpreise ihren höchsten Stand seit zwei Monaten.
Getreideexporte über Schwarzmeerhäfen
Dass die Preise um 3,1 Prozent gestiegen sind, hat auch einen Auslöser. Denn Russlands Präsident Wladimir Putin fühlt sich von der UNO „betrogen“, was die Preise umgehend nach oben schnalzen ließ.
Am 22. Juli hatten sich die UNO, die Türkei, die Ukraine und Russland darauf verständigt, die Schwarzmeergetreide- und Düngemittelexporte der Ukraine wieder aufzunehmen und russische Exporte weltweit zuzulassen.
UNO-Abkommen als Mogelpackung
Doch geschehen ist das nur zum Teil. So würde Getreide, andere Lebensmittel und Düngemittel vor allem an die Türkei und an die Europäische Union geliefert und nicht „weltweit“ und an arme Länder, so der russische Vorwurf.
Die UNO gab bekannt, dass doch eh 30 Prozent der Exporte zuletzt in Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen gegangen seien. Die anderen 70 Prozent sorgten im Westen jedenfalls für sinkende Weizenpreise. Ein Betrug, wie die Russen meinen.
Verhandlungen auf neutralem Boden
Am vergangenen Mittwoch trafen sich daher UN-Vertreter und russische Beamte in der neutralen Schweiz, um eine Lösung zu erarbeiten.
Ziel der Russen ist die Begrenzung der Lieferungen an die westlichen Staaten, die immerhin gleichzeitig versuchen, Russland wirtschaftlich zu vernichten. Russland will Getreide exportieren, aber nicht primär an die ihm feindlich gesinnten Staaten, sondern an die wohlwollenden. Und dafür zieht Putin die „Sozialkarte“ im Wissen, dass es dem Westen schwerfällt, die Forderung nach mehr Getreide für die Entwicklungsländer zurückzuweisen.

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