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Van der Bellen und Kopftuch

Bundespräsident Alexander Van der Bellen forderte die österreichischen Frauen auf, aus Solidarität zu Moslems ebenfalls Kopftücher zu tragen.

29. September 2022 / 16:24 Uhr

Van der Bellen: „Werden alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen – aus Solidarität“

„Vielgeliebtes Österreich“, „Von ganzem Herzen Österreich“ steht auf den Werbeplakaten von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, mit denen er landesweit für seine Wiederwahl wirbt. Aber wie glaubhaft sind seine Botschaften? Kann man einem Bundespräsidenten Vertrauen entgegenbringen und ihn wirklich als Staatsoberhaupt wählen, wenn er die Frauen bittet, aus Solidarität mit den Moslems ein Kopftuch zu tragen?
„Nicht nur Muslime, jede Frau kann ein Kopftuch tragen“
Viele haben es vielleicht schon vergessen, aber kaum war Alexander Van der Bellen im Amt, sagte er wörtlich in der ORF-Sendung „Report“:

Es ist das Recht der Frau, sich zu kleiden, wie auch immer sie möchte, das ist meine Meinung dazu. Im Übrigen nicht nur die muslimische Frau, jede Frau kann ein Kopftuch tragen. Und wenn das so weitergeht, bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.

Warum geht Van der Bellen nicht mit Kopftuch?

Als der Bundespräsident diese Aussage machte, war er fast 100 Tage im Amt. In den sozialen Medien ging es wegen des Solidaritäts-Aufrufs ziemlich rund. Die Presse suchte sich einige Kritiker heraus:
“Weiß jemand, ob #VdB damit einen Witz machen wollte?“, fragte anschließend etwa Peter Bußjäger, Professor für Föderalismus an der Universität Innsbruck auf „Twitter“. Manfred Juraczka, damals Klubobmann der Wiener ÖVP, nutzte die Aussage ebenfalls für Kritik via Kurznachrichtendienst: „Soviel zur Wahlkampf-Behauptung #vdB sei ein Mann der Mitte.“ Eine weitere Nutzerin unterbreitete dem Staatsoberhaupt auch sogleich einen Vorschlag: „Herr Van der Bellen, warum gehen Sie nicht mit gutem Beispiel und einem Kopftuch voran?“

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