Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Alexander Wrabetz / Servus TV

Ex-ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz wurde im „Talk im Hangar-7“ für die einseitige, regierungshörige Corona-Berichterstattung scharf kritisiert.

30. September 2022 / 14:09 Uhr

Einseitige Berichterstattung: Historikerin liest Ex-ORF-Chef Wrabetz die Leviten

Die Historikerin Andrea Komlosy nützte gestern, Donnerstag, in einer Servus-TV-Sendung die Gelegenheit, um dem Ex-ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz einmal richtig die Leviten zu lesen.
Politik regiert am Volk vorbei
Der „Talk im Hangar-7“ beschäftigte sich mit dem Thema „Vertrauen verspielt: Regiert die Politik am Volk vorbei?“. Hintergrund der Diskussion: Ob Corona, Energiekrise oder Teuerung – die Österreicher haben überhaupt kein Vertrauen mehr in das Krisenmanagement der Regierung. Laut aktuellen Umfragen traut ein gutes Drittel den Politikern keine Kompetenz im Umgang mit den stark steigenden Preisen zu – jeder Zweite fordert sogar vom künftigen Bundespräsidenten, die Regierung zu entlassen.
Schwere Vertrauensverluste für die etablierten Parteien zeigen auch die Wahlergebnisse aus Tirol und Italien, während die Bürger von einer Krisenwelle nach der anderen überrollt werden und vielen bereits das Wasser bis zum Hals steht.
Wahrheit ist den Menschen zuzutrauen
Der ehemalige CDU-Politiker Wolfgang Bosbach sah keine Politik-, sondern Politiker-Verdrossenheit und plädierte gerade in Krisenzeiten für ehrliche Kommunikation. Er sagte, dass die Wahrheit den Menschen zuzutrauen wäre. Eine komplett inhaltliche Ablösung der politischen Elite diagnostizierte der Medienwissenschaftler Norbert Bolz: Die Parteien hätten sich vollkommen von den existentiellen Nöten der Menschen entfernt.
Verbale Prügel für Wrabetz
Historikerin Komlosy sah sogar die Demokratie gefährdet: Die Wähler würden sich belogen fühlen und deshalb von ihrem Wahlrecht nicht mehr Gebrauch machen. Weil in der Diskussionsrunde aber auch der frühere ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zu Gast war, nutzte die Historikerin die Gunst der Stunde, um dem Ex-Chef der „größten Medienorgel“ des Landes einmal so richtig die Meinung zu sagen. Als Wrabetz darüber sprach, dass der Einfluss der Medien auf das Wahlverhalten der Bürger überschätzt werde, unterbrach Komlosy ihn und sagte, dass er sich nicht herausreden solle und prügelte ihn verbal wegen der ORF-Berichterstattung über Corona. Wörtlich meinte sie:

Im Prinzip bin ich eine Anhängerin der Öffentlich-Rechtlichen. Aber was Sie sich in der Corona-Zeit geleistet haben, hat mich echt davon weggebracht, zu anderen Sendern oder auch zu alternativen Medien. Das war eine dermaßen arge Gleichschaltung, nämlich eine Meinung zu Corona, die die Regierung möchte, wurde verkündet, und jeder andere ist als Verschwörungstheoretiker diffamiert worden. Oder es wurden überhaupt keine anderen Meinungen zugelassen. Dass man ein so wichtiges Thema nicht breit diskutiert, sondern schwarz-weiß malt, die Weißen dürfen auftreten, die Schwarzen müssen verschwinden, das ist einfach dramatisch, und da steckt schon was dahinter. Ich habe mir das angeschaut angesichts dieser unheiligen Allianz zwischen Politik und Medien: Die Inserate aus den Ministerien zur Propagierung der Corona-Maßnahmen machten in Deutschland 60 Millionen Euro aus, 20 Mal so viel als im Jahr zuvor, in Österreich waren es 33 Millionen. In Österreich ist die versteckte Medienförderung ja noch größer als in Deutschland. Bei diesen Summen der Medienförderung braucht man sich nicht zu wundern, dass Medien auch das ausposaunen, was die Politik sich wünscht.

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