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ÖVP-Landtagsabgeordneter Josef Mantl muss sich neuerlich mit einer mutmaßlichen sexuellen Belästigung, diesmal von einem Mann, der sich bei den Grünen politisch engagiert, auseinandersetzen.

22. November 2022 / 15:40 Uhr

Grüner behauptet, von ÖVP-Gemeinderat sexuell belästigt worden zu sein

Die Causa um den Wiener ÖVP-Landtagsabgeordneten Josef Mantl ist um eine Facette reicher. Nach Vergewaltigungsvorwürfen von Parteifreunden, geht nun auch ein Funktionär der Grünen in die Öffentlichkeit.

Junge ÖVP-Funktionäre stehen als Verleumder vor Gericht

Wie berichtet, warfen zwei junge ÖVP-Funktionäre dem Wiener ÖVP-Gemeinderat Josef Mantl Vergewaltigung vor und stehen, nachdem die Staatsanwaltschaft diesbezügliche Verfahren eingestellt hat, nun als Verleumder vor Gericht. Beim Kurier meldete sich nun ein neues mutmaßliches Opfer des ÖVP-Poltikers, der sich bei den Grünen politisch engagiert, und behauptete, von Mantl sexuell belästigt worden zu sein.

„Auf ein Bier in die Wohung eingeladen“

Laut Kurier schilderte der Mann, der namentlich nicht genannt wird, der Zeitung folgende Geschichte:

Das Ganze ist im April 2019 passiert. Er hat mich zu einem Bier in seine Wohnung eingeladen, erst haben wir uns normal unterhalten.

„Er wollte auf mich drauf“

Dann plötzlich habe Mantl ihn geküsst, so der Mann zum Kurier. Er habe ihn weggedrückt, gesagt, dass er Frau und Kinder habe. Er habe an ein Missverständnis geglaubt. Aber dann wäre er auf den Boden gestoßen worden, „er wollte auf mich drauf“.

„Überhaupt nicht mein Beuteschema“

Anfangs hätte er sich selbst die Schuld gegeben. Er wäre drei Tage fertig gewesen, erzählt er. Zwei Wochen später habe sich der ÖVP-Politiker bei ihm gemeldet und gemeint:

Er wollte mir einreden, dass der Kuss einvernehmlich war. Aber ich habe ihm klar gesagt, dass er mich bedrängt hat.

Daraufhin habe er zur Antwort bekommen:

Du bist überhaupt nicht mein Beuteschema. Ich steh‘ auf viel Jüngere.

Keine Stellungnahme des ÖVP-Politikers

Unzensuriert hat Josef Mantl am Telefon erreicht und ihn um eine Stellungnahme zu diesen neuen Vorwürfen ersucht. Das tat er nicht. Mantl sagte, er werde uns die Telefonnummer seines Rechtsanwaltes schicken, was bis dato nicht geschehen ist.

Unzensuriert fand die Nummer des Anwalts dann selbst heraus, konnte ihn aber weder in der Kanzlei, noch am Mobiltelefon, auf dem wir eine Nachricht mit der Bitte um Rückruf hinterließen, erreichen.

Wiener ÖVP: Verfahren rechtskräftig eingestellt

Der Pressesprecher der Wiener Volkspartei gab unzensuriert eine schriftliche Stellungnahme. Darin heißt es:

Zur Berichterstattung über Behauptungen gegen den Abgeordneten Josef Mantl ist festzuhalten, dass er nicht Angeklagter ist. Es handelt sich um Behauptungen von Personen, die seitens der Staatsanwaltschaft wegen Verleumdung angeklagt wurden.

Das Ermittlungsverfahren gegen Josef Mantl, welches auf Basis der Vorwürfe der nunmehrigen Angeklagten geführt wurde, ist von der Staatsanwaltschaft rechtskräftig eingestellt worden.

Zu den neuen Vorwürfen des Mannes, der sich beim Kurier gemeldet hat, sagte der Pressesprecher der Wiener ÖVP aber nichts.

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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