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Mädchen friert / Decke

Europa verzichtet freiwillig auf billige Energieträger aus Russland – und deshalb müssen viele frieren.

4. Dezember 2022 / 08:11 Uhr

Russland-Sanktionen: Bis zu 185.000 mehr Tote im heurigen Winter in Europa möglich

Die britische Zeitung Economist treibt wie viele andere Medien die Energiekrise um und wagt eine Prognose: Je nach Wetterlage könnten in diesem Winter zwischen 79.000 und 185.000 Europäer zusätzlich sterben. Für den Economist ist der Schuldige klar: Russlands Präsident Vladimir Putin, der die „Energiewaffe“ einsetze.

Fehlende Energie zum Heizen

Nach dem Angriff Russlands auf die östlichen Gebiete der Ukraine haben aber die EU und Großbritannien beschlossen, künftig auf russische Energieträger zu verzichten. So weit ging man nicht einmal in der Hochphase des Kalten Krieges. Auch damals bestanden Lieferverträge für Rohstoffe und Energie, die von sowjetischer Seite auch stets erfüllt wurden.

Doch nun fließt kaum noch russisches Gas durch die fünf Pipelines, die Europa bisher zu 40 bis 50 Prozent versorgten. Nicht, weil Russland die Lieferungen eingestellt hätte. In Ungarn beispielsweise, das seine langfristigen Lieferverträge nicht gekündigt hat, fließt nach wie vor russisches Gas herein. Im Gegenteil. Die EU hat die meisten Versorgungsrohre still gelegt, oder sie wurden zerstört, wobei die Täter nicht ernsthaft gesucht werden.

„In Schönheit sterben“

Und so wird es in Europa kälter werden. Die Errungenschaft der Moderne, jedem Bürger eine angemessen geheizte Heimstatt zu garantieren, ist dahin.

Laut Economist würde sich das Ausmaß des Energiepreiseffekts von Land zu Land sehr unterschiedlich auswirken. Am meisten könnte Italien betroffen sein, gefolgt von Estland und Finnland. Im Gegensatz dazu sollen Frankreich und Großbritannien mit ihren Preisobergrenzen glimpflich davonkommen, in Spanien sollte sich die Sterblichkeit nicht ändern und in Österreich erwartet der Economist sogar einen Rückgang der Sterblichkeit.

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