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Wolfgang Fellner sieht die Medien in seinem Sonntags-Kommentar als eine „Minderheit“. Wie recht er diesmal hat!

19. August 2018 / 13:36 Uhr

Wie recht Wolfgang Fellner diesmal hat! Die Medien als Minderheit

Es kommt nicht oft vor, dass Österreich-Boss Wolfgang Fellner eine kluge Meldung zu Papier bringt. Doch diesmal hat er den Nagel auf den Kopf getroffen, indem er in der heutigen Sonntagsausgabe von Österreich die Medien als eine Minderheit bezeichnete. Konkret schrieb Fellner anlässlich der Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl, dass Medien und politische Beobachter die wortgewaltige Minderheit im Land seien. Stimmt!

Kommentar von Unzensurix

Dies vor allem deswegen (auch wenn Fellner es wohl anders gemeint haben dürfte), weil unsere Mainstream-Medien eine Mehrheit gegen sich hat, die einfach für plumpe Schlagzeilen nicht zu kaufen ist. Diverse „Qualitätsjournalisten“ halten Sachen für relevant, die faktisch keinen interessieren, machen aus einer Mücke einen Elefanten oder glauben, sämtliche Weisheiten mit dem Löffel gegessen zu haben. So mancher Leser hat den Eindruck, dass die „normalen“ Medien in einem Paralleluniversum leben.

Laut profil journalistische Standards nur nachrangig

Dazu perfekt passt auch eine Analyse im morgen, Montag, erscheinenden profil über die Parteizeitungen und ähnliche Angebote im Netz. So heißt es, vieles sei anders als vor 30 Jahren. Und, dass es um journalistische Standards bei den Publikationen nur nachrangig gehe. Dies gilt sicherlich dann, wenn man die Mainstream-Medien meint. Da wundert es auch nicht, dass Medien wie unzensuriert.at, Info Direkt oder auch der Wochenblick im Internet öfters geteilt würden als andere Medien. So nebenbei muss noch eine Klarstellung erwähnt werden, dass die Behauptung, die Ära der Parteizeitungen sei laut Experten ein für alle mal vorbei, so nicht stimmt. Richtig ist vielmehr, dass die FPÖ-Zeitung Neue Freie Zeitung seit mehr als 40 Jahren besteht, während die Zeitungen der SPÖ, der ÖVP oder der KPÖ längst eingestellt wurden.

„Kneissl-Show“ ein unbezahlbarer Werbewert

Aber zurück zu Wolfgang Fellner. In seinem Kommentar fragt er, welcher Elch Kneissl geritten habe, Russlands Präsidenten Putin zu einer Hochzeit nach Österreich einzuladen. Auch ein diplomatischer Schaden wird herbeibeschworen. Was bitte ist daran falsch, wenn man gute Beziehungen zu anderen Staaten und vor allem Russland pflegt? Die Außenministerin kann zu ihrer privaten Hochzeit einladen, wen sie will und braucht keine Ratschläge von Journalisten.

Dank an alle Medien für ihre opulente Berichterstattung

Und was die Sicherheits-Kosten wegen der „Kneissl-Show“ betrifft – also die 250.000 Euro, die die „Hochzeitsgesellschaft“ gefälligst selbst bezahlen soll: Dem gegenüber steht ein unbezahlbarer Werbewert für Österreich, nachdem unzählige Medien – nicht zuletzt Österreich – in Wort, Bild und Ton ausführlich berichtet haben. Nun, man soll unsere „wortgewaltige Minderheit“ zur Abwechslung auch einmal loben dürfen…

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