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Armin Wolf meinte, dass die Essener Tafel keine Lebensmittel an Flüchtlinge und Migranten ausgeben wollte. Diese Information ist in der Form schlichtweg falsch.

20. März 2018 / 10:30 Uhr

Keine Ausgabe für Flüchtlinge und Migranten: Armin Wolf verbreitet Fake News um Essen

War es Absicht oder schlechte Recherche? In der „ZIB 2“ vom 13. März behauptete ORF-Moderator Armin Wolf, die Essener Tafel in Deutschland wolle keine Lebensmittel an Flüchtlinge und Migranten ausgeben. Wörtlich sagte Wolf:

In Deutschland gibt es mehr als 900 sogenannte Tafeln von Sozialorganisationen, die Lebensmittel an Bedürftige verteilen. Und seit gut drei Wochen tobt ein heftiger Streit darüber, seit die Tafel in Essen im Ruhrgebiet bekannt gegeben hat, dass sie keine Lebensmittel mehr an Flüchtlinge und Migranten ausgeben will. Es seien einfach zuviele. Deutsche Hilfsbedürftige kämen zu kurz.

Wolfs Aussagen würden pauschal bedeuten, dass alle Migranten und Flüchtlinge – selbst jene, die jahrelang zur Essener Tafel gegangen waren – nicht mehr bedient würden. Und diese Information ist schlicht und einfach falsch.

Essener Tafel wollte nur Neukunden mit deutschem Pass – unabhängig vom Migrationshintergrund

Richtig ist vielmehr, dass die Essener Tafel nur noch Neukunden aufnehmen wollte, die einen deutschen Pass vorweisen konnten. Im nachfolgenden Beitrag wird lediglich von einem Aufnahmestopp für Ausländer gesprochen. Wie konkret der aussieht, blieb im Beitrag unerwähnt. Kurzum gesagt, Migranten und Flüchtlinge, die bestehende Kunden der Tafel sind, mussten nie befürchten, dass sie benachteiligt würden.

Dem geneigten GIS-Gebührenzahler wurde – sofern er sich nicht anders informierte – eine Nachricht geliefert, die komplett missverstanden werden kann bzw. eine verzerrte Sicht der Tatsache lieferte.

Unzensuriert befragte „ZIB 2“-Seher. „Der Wolf ist schnell beleidigt, wenn man sich mit dem ORF eine Satire erlaubt. Was die Essener Tafel betrifft, ist er ins Fettnäpfchen gestiegen. Wenn man Fake News verbreitet, muss man Kritik auch einstecken können“, meinte ein ORF-Seher. „Es gibt einen Ort, an dem Nachrichten zu Fake News werden“, kritisiert ein anderer. Ob Wolf beim Österreichischen Presserat (unzuständig), beim ORF-Redakteursrat oder bei der Rundfunk Telekom und Regulierungs-GmbH angezeigt wurde, ist nicht bekannt.

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