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Ditib-Merkez-Moschee in Duisburg: Von Erdogan gesteuerte Imame gewinenn in solchen Gebetshäusern großen Einfluss vor allem auf jugendliche Moslems.

25. April 2016 / 10:04 Uhr

Türkei schickt 970 Imame nach Deutschland: Protestwelle quer durch alle Parteien

Dass sich immer mehr Türken gar nicht in Europa integrieren wollen (und sollen!), zeigt eine aktuelle Recherche der Welt am Sonntag, die sich näher mit der Rolle der Ditib, das ist die „Türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (=eingetragener Verein)“, in Deutschland befasst. Ditib kontrolliert derzeit rund 900 Moscheen im Land. Gegenüber der Welt erklärte der Religonsverein, dass man gerade 970 Imame aus der Türkei nach Deutschland entsandt hat, die für je fünf Jahre hier bleiben sollen. Die Islamgelehrten wurden durchwegs in der Türkei ausgebildet, sprechen vielfach nicht einmal Deutsch und sind mit den mitteleuropäischen Werten kaum vertraut.

Von Grün bis CSU: Ablehnung fremdgesteuerter Moscheenvereine

Seitens deutscher Politiker regt sich denn auch parteiübergreifend zunehmend Widerstand gegen die „fremdgesteuerten Moscheenvereine“, wie es etwa die Bürgermeisterin von Berlin-Neukölln, Franziska Giffey (SPD), formulierte. Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir, selbst türkisch-stämmig, bezeichnete Ditib als „verlängerten Arm des türkischen Staates“. Statt zu einer echten Religionsgemeinschaft zu werden, mache die türkische Regierung die Ditib immer mehr zu einer „politischen Vorfeldorganisation der AKP in Deutschland“, so Özdemir.

"Erdogan-Türkei entfernt sich immer mehr von Europas Grundwerten!"

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte, dass die Massen-Entsendung von Imamen aus der Türkei „nicht akzeptabel“ sei. Die Ausbildung diese Leute müsse „in der Hand der für Bildung und Kultus zuständigen Bundesländer liegen“. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte gegenüber der Welt, dass die „Nähe von Ditib zu Erdogan bekannt und mehr als bedenklich“ sei, denn „die Erdogan-Türkei entfernt sich immer weiter von den Grundwerten des aufgeklärten Europas“. Erdogan trete die Presse- und Meinungsfreiheit nicht nur in der Türkei mit Füßen, sondern wolle seine Vorstellungen nun auch Europa aufzwingen, wie die Fälle „Extra3“ und Böhmermann zeigten. Man müsse sich „stärker und kritischer“ mit dem Islam auseinandersetzen, „denn er hintertreibt, dass sich Menschen bei uns integrieren“. Die Finanzierung von Moscheen oder islamischen Kindergräten aus dem Ausland, etwa der Türkei oder Saudi Arabien, müsse beendet werden, die Imame „in Deutschland ausgebildet sein und unsere Grundwerte teilen“.

Türkische Religionsbehörde mit Rekord-Budget

Tatsächlich untersteht die Ditib der „Behörde für Religionsangelegenheiten“, angesiedelt beim türkischen Ministerpräsidenten in Ankara. Der Jahresetat der Behörde liegt heuer bei 6,4 Milliarden türkischer Lira (etwa 1,8 Milliarden Euro) und hat sich seit 2008 verdreifacht. Damit hat die Religionsbehörde mittlerweile zwölf türkische Ministerien, darunter auch das Innenministerium, budgetmäßig überholt. Auch die Mitarbeiterzahl steigerte sich von 83.000 im Jahr 2008 auf derzeit 120.000. Wie viel vom großen Kuchen Ditib erhält, wollte man nicht verraten.

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