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Die staatliche Rundfunkaufsicht dient als Sittenwächter für Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

23. Dezember 2014 / 09:00 Uhr

Türkischer Privatsender wegen Tanzshow verurteilt

Das Regime der Islamisten unter dem türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nimmt immer bizarrere Formen an. Aktuell hat die Aufsichtsbehörde für Radio und Fernsehen (RTUK) einen Privatsender wegen einer Fernsehshow verurteilt. In der Show war es zu Tanzeinlangen zwischen verheirateten Männern mit fremden Frauen gekommen. Die Frauen sollen noch dazu Ausländerinnen gewesen sein. Die RTUK verdonnerte daraufhin den Privatsender zu einem Bußgeld von umgerechnet 145.000 Euro.

Begründung der staatlichen Rundfunkaufsicht: Die Tanzeinlage widerspreche der öffentlichen Moral, Sitte und der türkischen Familienstruktur. Bereits im November war eine andere Sendung durch die RTUK gerügt worden, weil sie eine Kussszene eingespielt hatte.

Oppositionspartei CHP kritisiert Erdogans Rundfunkpolitik

Die kemalistische Oppositionspartei CHP kritisiert Erdogans Rundfunkpolitik scharf. CHP-Abgeordneter Suleyman Demirkan sieht den wachsenden Druck der islamistischen Moralvorstellungen der AKP hier voll durchschlagen. Durch Kopftuchzwang, Zensur, Überwachung und Polizeiterror greift das autoritäre Regime Erdogans immer stärker in den Alltag vieler Türken ein.

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