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8. November 2014 / 15:26 Uhr

Erdogan ließ sich Zaren-Palast bauen

Wieder einmal für mediales Aufsehen sorgt die Großmannssucht des amtierenden türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der Islamist hat sich für seine Staatspräsidentenresidenz einen Zaren-Palast für 493 Millionen Euro bauen lassen. Dieser umfasst mehr als 1.000 Zimmer und sollte ursprünglich als Amtssitz des Ministerpräsidenten dienen. Durch den Aufstieg Erdogans ins Amt des Staatspräsidenten wurde die Widmung kurzerhand abgeändert. Besonders brisant ist die Angelegenheit, da das Bauvorhaben nach den einschlägigen naturschutzrechtlichen Vorgaben eigentlich illegal ist.

Der türkische Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk hatte die Fläche, die nun vom Staatspräsidenten-Palast eingenommen wird, im Jahr 1925 unter Natur- und Landschaftsschutz gestellt. Ursprünglich war dort ein Landschaftsgebiet, das unter anderem auch für einen Zoo zur Verfügung stand. Diese Widmung war auch durch ein Gerichtsurteil bestätigt worden. Doch der autoritäre vormalige Ministerpräsident hatte diese Gerichtsentscheidung einfach ignoriert.

Bau unter Kritik der türkischen Öffentlichkeit

Doch der Bau Erdogans stößt auf massive Kritik der Opposition, mancher Journalisten und auch vieler einfacher Bürger. Dabei werden nicht nur die enormen Kosten sondern auch der Verstoß gegen Ausschreibungsbedingungen angeprangert. Oppositions-Führer Kemal Kiliçdaroglu kritisiert etwa, dass es mehr als drei Millionen Arbeitslose in der Türkei gibt und Erdogan sich trotzdem einen Mega-Palast bauen lässt.

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