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28. August 2014 / 14:00 Uhr

IWF-Chefin Christine Lagarde im Visier der Strafbehörden

Von ihrer politischen Vergangenheit als Wirtschaftsministerin eingeholt wird derzeit die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Aktuell wurde nach mehr als dreijährigen Vorerhebungen ein formelles gerichtliches Untersuchungsverfahren gegen Lagarde in Paris eröffnet. Grundlage dieses strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens ist eine Abfindung an den Sozialisten und Ex-Adidas-Aktionär Bernard Tapie. Ex-Minister und Unternehmer Tapie war in einen jahrelangen Schadenersatzstreit gegen die Bank Crédit Lyonnais verwickelt gewesen. Dies hat seit Jahren erhebliche strafrechtliche Nachwehen in der französischen Politik und Wirtschaft. 

Lagarde ordnete 2007 als Wirtschaftsministerin an, ein Schiedsverfahren in dieser Angelegenheit zu eröffen, das als Ergebnis eine Schadensabfindung von 258 Millionen Euro an Tapie hervorbrachte. Gleichzeitig erhielt Tapie ein „Schmerzensgeld“ von 45 Millionen Euro, das er steuerfrei beziehen konnte.

Gericht ermittelt wegen Beihilfe zur Fälschung und Veruntreuung

Nun wurden die Ermittlungen auf Beihilfe zur Fälschung und Veruntreuung öffentlicher Gelder von den Strafbehörden gegen Lagarde konkretisiert. Lagarde hält die seinerzeitige Lösung nach wie vor als gerechtfertigt an und weist jegliche strafrechtliche Verantwortung zurück. Sollte Lagarde tatsächlich angeklagt und verurteilt werden, dann drohen ihre bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 75.000,- Euro. Gleichzeitig wäre Lagarde aber auch ihren einflussreichen Posten als IWF-Chefin los. 

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