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1. April 2013 / 15:02 Uhr

Verwandte des zypriotischen Präsidenten brachten Geld in Sicherheit

Nun ist auch ein Korruptionsskandal rund um die “Rettung” Zyperns an die Öffentlichkeit gelangt. Verwandte aus dem Umkreis des zypriotischen Staatspräsidenten Nikos Anastasiadis sollen drei Tage vor der entscheidenden Eurogruppensitzung am 15. März 2013 nicht weniger als 21 Millionen Euro aus Nikosia nach London verschoben haben. Damit wurde das Geld vor den damals bereits im Raum stehenden finanzpolitischen Maßnahmen noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Die Transaktionen liefen über die derzeit in Abwicklung befindliche, praktisch insolvente Laiki-Bank und betreffen den Vater eines Schwagers und einen Schwiegersohn von Anastasiadis.

Firma enger Verwandter überwies 21 Millionen

Beauftragt hat die Überweisung die Firma “Anti Loutsios and Sons Ltd” aus Nikosia. Dieses Unternehmen soll im Miteigentum von Anti und Janis Loutsiosis stehen. Anti Loutsios ist der Vater von Anastasiadis Schwager, Janis Loutsiosis ist mit Anastasiadis Tochter verheiratet. Überwiesen wurde der Betrag am 12. und 13. März 2013 auf Konten der Barclays Bank und der Bank of Cyprus in London. Indirekt belastet werden Anastasiadis Familie und auch er selbst ausgerechnet von seinem Parteifreund und Finanzminister Michalis Sarris. Sarris hatte erklärt, dass der Staatspräsident bereits vorab von den Plänen der Eurogruppe über eine Zwangsabgabe auf Bankguthaben in Zypern unterricht worden war. Anastasiadis Familienclan hat die Überweisung jedenfalls noch rechtzeitig getätig, denn ab 16. März waren die Banken geschlossen. 

Der Staatspräsident bezeichnete die Überweisung als “normale Transaktion” und die Diskussion als Ablenkungsmanöver. Beobachter in Nikosia sind gespannt, ob die Justiz diesen Fall einer möglichen Weitergabe von Insiderwissen und Amtsgeheimnissen verfolgen wird. Anastasiadis ist seit 1997 Chef der zypriotischen Christdemokraten und gehört seit mehreren Jahrzehnten zu den einflussreichsten Politikern der Inselrepublik.

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