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31. Oktober 2012 / 17:44 Uhr

Peinlich: ORF-Zechner gibt Sido eine zweite Chance

Peinlicher geht es nicht mehr! ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner holt den deutschen Rapper Sido als Juror in „Die große Chance“ zurück. Was wie ein dummer Halloween-Scherz klingt, ist wirklich wahr. Es sei keine Rücknahme der ursprünglichen Entscheidung, behauptet Zechner allen Ernstes in einer Presseaussendung. „Wir geben Sido nach intensiven Gesprächen und reiflicher Überlegung eine zweite Chance – es ist seine große, aber auch letzte,“ so die gleiche Fernsehdirektorin, die Sido nach einer Prügelaffäre vor wenigen Wochen vor die Tür setzte.

Zechner tut sich sichtlich schwer, ihre rückgratlose Entscheidung zu argumentieren. Also stellt sie sowohl Sido als auch „Chili“-Moderator Dominic Heinzl, der in die Prügelaffäre verwickelt war, ein soziales Zeugnis aus: „Sowohl Sido als auch Dominic Heinzl sind abseits der Kameras in Sozialprojekten tätig und stellen sich in den Dienst hilfsbedürftiger Menschen. Schon allein diese Tatsache zeigt, dass den beiden die mediale Verknappung als Kontrahenten nicht gerecht wird.“

Zechners Sätze klingen lächerlich, wenn man sich ihre Argumentation für Sidos Rausschmiss noch vor wenigen Wochen anhört:

Ich bin extrem enttäuscht, da ich Sido als Künstler, Juror und auch als polarisierende Persönlichkeit schätzen gelernt habe. Auch wenn gegenseitige Provokationen unintelligent sind und auch wenn man seine Lebensgeschichte mit in Betracht zieht und respektiert, so ist aber dann die Grenze erreicht, wenn es gewalttätig wird. Gewalt ist indiskutabel! Wir tolerieren derartiges Verhalten nicht und beenden mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit.

Unglaublich auch, dass Zechner vom angeblichen Drogenkonsum ihres Schützlings nichts erwähnt. Immerhin sind nach Bekanntwerden dieses Vorwurfes polizeiliche Ermittlungen angelaufen. Dem ORF und Kathrin Zechner dürfte das alles egal sein – das einzige, was auf dem Küniglberg zählt, ist offenbar die Quote. Denn schon beim Engagement des Rappers hätte klar sein müssen, welches Image dieser Mann verkörpert. Sido kam 1980 als Sohn einer Sinti-Zigeunerin und eines Deutschen in Berlin zur Welt, sein bürgerlicher Name ist Paul Hartmut Würdig. Sein Künstlername ist eine Abkürzung für „Super Intelligentes Drogen Opfer“ und stand früher für „Scheiße in dein Ohr“. Bekanntheit erlangte Sido mit seinem „Arschficksong“, der in Deutschland für großes Aufsehen sorgte.

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