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29. Oktober 2012 / 13:00 Uhr

Aufregung über Entacher-Interview für FPÖ-TV

Die seit Jahren gegen die Wehrpflicht kampagnisierenden Blätter Kronen Zeitung und Heute mokieren sich über ein Interview, das der Generalstabschef des Österreichischen Bundesheeres, General Edmund Entacher, dem freiheitlichen Internet-Fernsehen FPÖ-TV gegeben hat. Entacher hatte in der Vorwoche einen Vortag im Liberalen Klub gehalten und war im Zuge dessen vom freiheitlichen Medium befragt worden.

„Und Generalstabschef Edmund Entacher? Der trat nun im Internet-TV der FPÖ auf – um auch dort erneut für die Wehrpflicht zu werben“, schrieb die Krone als Schlusssatz eines Artikels in der Nationalfeiertags-Ausgabe, in dem sie anhand von Protokollen der Bundesheer-Beschwerdekommission dem SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter breiten Raum zum Angriff auf die allgemeine Wehrpflicht bot. Kräuter sprach von einem „uralten Zwangssystem“ und „menschenunwürdiger Art, wie junge Menschen in diesem Pflichtdienst behandelt werden“.

Im Krieg und in der Liebe…

Am Montag setzte die Gratiszeitung Heute nach und titelte „Roter General wirbt im FPÖ-TV für Wehrpflicht“. Im Krieg und in der Liebe sei alles erlaubt, interpretierte man dort den Auftritt des „SPÖ-nahen Generalstabschefs“ im freiheitlichen Fernsehkanal.

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General Entacher freilich kämpft – unabhängig von der Präferenzen der Parteien – mit offenem Visier um den Erhalt der in der Verfassung festgeschriebenen allgemeinen Wehrpflicht. Der neue Chefredakteur von Heute hingegen greift in die journalistische Trickkiste, um das Bundesheer zu desavouieren. „Achtung, die grünen Wurschteln kommen“, soll ein – freilich anonymer – älterer Herr bei der Leistungsschau am Heldenplatz beim Anblick der angelobten jungen Rekruten gesagt haben. Für Chefredakteur Christian Nusser ist dieser Satz so wichtig, dass er ihn in seinem Kommentar gleich als Beleg dafür heranzieht , dass „wir“ das Bundesheer noch nie „so ungeniert ausgelacht“ hätten wie jetzt.

Das Niveau der Wehrpflicht-Gegner lässt zu wünschen übrig

Dass Heute diese unqualifizierte Bemerkung eines zufälligen Passanten benötigt, um gegen das Bundesheer Stimmung zu machen, zeigt die Schwäche der Position des roten Verteidigungsministers und einiger weniger seiner Parteifreunde. Da haben es die Befürworter der Wehrpflicht freilich leichter, die auf die Expertise des Generalstabschefs und weiterer hochrangiger Offiziere vertrauen können. Egal ob auf FPÖ-TV oder anderswo.

Entacher selbst wehrte Kritik an seinem Interview im FPÖ-TV, die auch in der gestrigen ORF-Sendung "Im Zentrum" – diesmal von Moderator Peter Pelinka – kam, übrigens souverän ab. Ausgangspunkt seiner Auseinandersetzung mit Minister Darabos sei ein Interview mit dem Nachrichtenmagazin profil gewesen. Dieser Dienstrechtsstreit – Entacher wurde zwischenzeitlich von Darabos abgesetzt – sei „eindeutig und zwar restlos“ für ihn entscheiden worden, betonte Entacher. Weiteren Interviews des Generals stand damit nichts im Wege.

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