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20. Juli 2011 / 10:18 Uhr

Neue Mittelschule: Viel Geld für wenig Qualität

BildSPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied hungert die Gymnasien systematisch aus, kritisiert AHS-Personalvertreter Gerhard Riegler. Das Projekt Neue Mittelschule hingegen bekommt eine Finanzspritze von 233 Millionen Euro bis zum Jahr 2018. Für Riegler ist das die Diskriminierung einer Schulart, die von der Ministerin nicht gewünscht ist.

 

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Walter Rosenkranz (FPÖ) wundert sich nicht nur über die enormen Kosten,
sondern auch über die Personalplanung in den Neuen Mittelschulen.
Foto: Parlamentsdirektion / Mike Ranz

Der Ausbau der Neuen Mittelschule, der bis ins Jahr 2018 fertig sein soll, kostet dem Bildungsbudget 233 Millionen Euro, wie Schmied jüngst in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz bekanntgeben musste. Zwei Lehrkräfte – im Idealfall, ein Hauptschullehrer und ein Pädagoge aus der AHS oder aus einer berufsbildeten mittleren und höheren Schule – sollen zukünftig die 10- bis 14jährigen gemeinsam unterrichten. Walter Rosenkranz findet das merkwürdig: „BMHS-Schüler sind ja
bekanntermaßen zwischen 14 und 19 Jahren alt." Was sie daher in der Neuen Mittelschule, die als Gesamtschule der 10- bis 14-jährigen konzipiert ist, suchen, sei ein Rätsel.

Kürzlich wurde bekannt, dass der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in den NMS am Höchsten ist. „Die zwei Lehrer die im ‚Teamteaching‘ in den NMS gleichzeitig unterrichten, braucht es daher vor allem in den Ballungszentren meist schon, um allen Kindern hinreichende Deutschkenntnisse zu vermitteln“, so Rosenkranz. Pro Schüler und Jahr  werden fast 1000 Euro zusätzlich in die Hand genommen, um die hohen Kosten für die Aufstockung der Lehrer bewältigen zu können. Im Jahr 2010/11 betrugen diese rund 34,7 Mio. Euro. Zum Vergleich bekamen die AHS zur Senkung der Klassenschülerhöchstzahl bis 2008/09, hingegen nur 13,4 Mio. Euro. Für die AHS-Unterstufe würde es mehr Lehrer geben, wenn sie sich freiwillig in eine umwandeln, das Interesse ist dennoch gering: Nur 11 der bisherigen 320 Neuen Mittelschulen waren vorher Gymnasial-Unterstufen.

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