Die „Causa Ischgl“ im Zusammenhang mit mutmaßlichem Behördenversagen beschäftigt die Strafbehörden im Bundesland Tirol.

Foto: Denise Hastert / wikimedia.org (CC-BY-SA-4.0)
„Causa Ischgl“: Staatsanwaltschaft Innsbruck leitet Ermittlungsverfahren ein

Gegen insgesamt vier Personen hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck jetzt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Fokus soll das Corona-Krisenmanagement im der Wintersportgemeinde Ischgl stehen. Dies gab ein Sprecher der StA Innsbruck gegenüber Medienvertretern bekannt. Mediale Mutmaßungen, dass sich unter den vier Personen auch der „ÖVP-nahe“ Ischgler Bürgermeister Werner Kurz und der Bezirkshauptmann von Landeck, Markus Maaß, befinden soll, wurden von der StA vorerst nicht bestätigt.

Auskünfte, um wen es sich bei den vier Beschuldigten handeln würde, werden nicht erteilt, hieß es aus der Staatsanwaltschaft. In den Ermittlungen soll es um die die vorsätzliche oder fahrlässige Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten gehen.

Tiroler Tageszeitung berichtete von Ermittlungen gegen Maaß

Die Tiroler Tageszeitung hatte bereits Ende August von Ermittlungen gegen Bezirkshauptmann Maaß und zwei weiteren Mitarbeitern der Bezirkshauptmannschaft sowie Bürgermeister Kurz berichtet. Damals bestätigte die StA Innsbruck jedoch das Ermittlungsverfahren noch nicht.

Die Prüfung von 10.000 Seiten Dokumenten und Beweismaterial über das Covid-19-Management im Bezirk Landeck hat mutmaßlich den Tatverdacht gegen einzelne Organwalter in den Behörden konkretisiert.

Quarantäne und Ausreise von Urlaubsgästen interessiert StA

So sollen insbesondere die Umsetzung von Verordnungen in Bezug auf Verkehrsbeschränkungen in Ischgl, die zur plötzlichen Ausreise hunderter Urlaubsgäste bzw. die Quarantäne im Paznauntal führten, im Mittelpunkt der strafrechtlichen Ermittlungen stehen. Laut StA gebe es nämlich verschiedene Versionen, wann die Verordnungen in Kraft getreten sind, wie sie verlautbart wurden und wie damit konkret umgegangen wurde.

Aber das ist nicht das einzige Verfahren, das jetzt auf mutmaßlich Verantwortliche von Ischgl über den Bezirk Landeck und die Tiroler Landesregierung bis ins Wiener Gesundheitsministerium zukommt. Aktuell wird vom Konsumentenschützer Peter Kolba und seinem Verbraucherschutzverein (VSV) auch ein Sammelklage-Verfahren auf den Weg gebracht. 

Ischgl

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