Kohls politische Schwäche kostete Deutschland die harte D-Mark

Unter dem Titel „Der Sprung ins Dunkle – Warum Helmut Kohl die D-Mark preisgab“ analysiert Thorsten Hinz in der aktuellen Ausgabe der Jungen Freiheit die Hintergründe des Abgehens von der eigenen Währung durch den damaligen CDU-Bundeskanzler. Die fehlende Nervenstärke der politischen Klasse in Deutschland im Wendejahr 1989/90 führte offensichtlich zu einer kampflosen Aufgabe des Erfolgsprojekts D-Mark. Gefangen im Denken des 19. und 20. Jahrhunderts gönnten vor allem Frankreich und Großbritannien dem ehemaligen Kriegsgegner Deutschland die Wiedervereinigung nicht. Sie wollten alles für die Zukunft, nur kein starkes Deutschland, das wirtschaftlich erfolgreich auch politisch den Ton angeben könnte. Die Regierung Kohl ließ sich von den Drohgebärden von Francois Mitterrand und Margaret Thatcher beeindrucken. Er gab die gute Deutsche Mark auf und ließ sich auf das Abenteuer Euro zu Lasten Deutschlands ein.

Mitterands Masterplan gegen ein starkes Deutschland

Hinz schildert die Ausgangslage für die Währungsunion am Vorabend der deutschen Wiedervereinigung. Während der Vereinigungsprozess zwischen der BRD und der DDR tatsächlich nicht mehr aufzuhalten war, wollte der sozialistische französische Ministerpräsident Francois Mitterrand noch schnell politisch Kasse machen. Er zwang gemeinsam mit anderen damaligen EG-Mitgliedern die Bundesrepublik, ihre Währung aufzugeben, und stellte dies als Bedingung aber auch Konsequenz eines gemeinsamen deutschen Staates dar. Kohl, eingeschüchtert von der reservierten Haltung der Franzosen und Briten, tappte in die Falle. Die Erklärung, dass der Euro so stark und hart wie die bisherige D-Mark sein werde, stellte er als promovierter Historiker politisch außer Frage, ohne die ökonomischen Konsequenzen und Begleiterscheinungen zu realisieren. Kritiker, wurden nicht gehört.

Warner Herrhausen fiel Attentat zum Opfer 

Einer, der frühzeitig vor einer Aufgabe der D-Mark als Konsequenz einer Wiedervereinigung warnte, war der Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen. Als konservatives Mitglied im Beraterstab von Kohl hatte er sich zehn Tage vor seinem Tod in einem Spiegel-Interview überaus engagiert für die Wiedervereinigung Deutschlands eingesetzt. Als Stratege erkannte Herrhausen sehr wohl die sich bildenden Widerstandsnester bisheriger EG-Weggefährten. In einem Vortrag vor dem American Council on Germany in New York wollte er für diese Pläne werben. Einige Tage vor diesem Auftritt, am 30. November 1989, wurde Herrhausen ermordet. Der Anschlag wurde unmittelbar der RAF zugeschrieben, welche tatsächlichen Hintermänner die Aktion planten, ist bis heute ungeklärt.

Kohl knickte bei EG-Gipfel ein

Bei einem EG-Gipfeltreffen in Straßburg am 8. und 9. Dezember 1989 wurde Kohl mit der geballten Gegnerschaft der anderen EG-Länder zur Wiedervereinigung konfrontiert, an der Spitze Mitterrand und Großbritanniens Premierministerin Margaret Thatcher. Bei diesem Gipfel ließ sich Kohl in Richtung Wirtschafts- und Währungsunion „hinbiegen“. Am 12. Dezember machte er bei US-Außenminister James Baker die „Vollzugsmeldung“, dass man „gegen die deutschen Interessen“ der Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion zugestimmt habe. Die Basis für die Missgeburt Euro war gelegt.

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