BAWAG wird von Hedgefonds Cerberus teilliquidiert

Schenkt man dem Artikel des Chefredakteurs Reinhard Göweil in der Wiener Zeitung unter dem Titel „Bawag will 700 Jobs streichen“ Glauben, dann wird die ehemalige rote Gewerkschaftsbank bald vor einer Teilliquidation stehen. Als der US-Hedgefonds Cerberus die nach kriminellen Spekulationsverlusten notleidende ÖGB-Bank vor fünf Jahren kaufte, gab er weitreichende Bestandsgarantieren ab. Die laufen nun aus, und die BAWAG wird völlig neustrukturiert. Das bedeutet unterm Strich einen weiteren Personalabbau und eine Redimensionierung in eine Privatkundenbank mit PSK-Komponente. Die Zusammlegung von Post- und BAWAG-Standorten soll den Kostendruck von den Eigentümern nehmen. Diese sind offensichtlich nicht länger gewillt, in den Standort Österreich zu investieren.

700 BAWAG-Mitarbeiter müssen Bank verlassen

Nicht weniger als 700 BAWAG-Mitarbeiter, immerhin 20 Prozent der Belegschaft, müssen demnach die BAWAG verlassen. Dies soll die Konsequenz aus einer völligen Neuausrichtung der BAWAG sein, die mit einem Abbau des Firmenkundenbereichs und Deviseneigenhandels  einhergeht. Gleichzeitig fusioniert man an immer mehr Standorten mit der Post. Lediglich im internationalen Großkundengeschäft – eigentlich der spekulationsbedingte Sargnagel der alten BAWAG – will man zusätzlich expandieren. Ein Grund für die Teilliquidation von Finanzgeschäften durch die BAWAG soll auch Basel III mit seinen verschärften Vorschriften sein.

BAWAG hat 500 Millionen Hilfskredit bei der Republik

Die Wiener Zeitung nennt Gerüchte, dass die BAWAG auch um neuerliche Staathilfe vorstellig werden soll. Diese haben sich bisher allerdings nicht bestätigt. Derzeit bedient die BAWAG einen seinerzeit durch die Republik gegeben Hilfskredit in der Höhe von 500 Millionen. Zusätzliche Probleme könnten der BAWAG aus dem „Linz-Fiasko“ drohen. Dabei geht es um Forderungen der Stadt Linz in einer Größenordnung von 400 Millionen Euro gegen die Bank, die durch verlustreiche Spekulationsgeschäfte entstanden sind.

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