“Braunschlag” – Die nächste Österreich-Verarschung des ORF

Der Unterschied zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung war noch nie so groß wie bei der neuen ORF-Serie „Braunschlag“. Die im Vorfeld hochgelobte Sendung unter der Regie von David Schalko bescherte den Machern am Küniglberg tatsächlich 975.000 Zuseher. Doch viele wussten wahrscheinlich nicht, was sie zu erwarten hatten. Jetzt klaffen Lob in den Medien und Kritik der genervten Seher weit auseinander. Sogar von Verarschung ist in den Kommentaren die Rede.

Wenn der ORF eine neue Serie präsentiert, schaut der gelernte Österreicher schon mit Skepsis hin. Nicht ohne Grund. Denn mit der verunglückten Vorabendserie „Mitten im Achten“ haben sich das Staatsfernsehen und sein Generaldirektor Alexander Wrabetz bis auf die Knochen blamiert. Die Sendung musste nach ein paar Folgen eingestellt werden. Die Quoten waren im Keller. Nun versuchte die neue Programmchefin Kathrin Zechner wieder, mit einem österreichischen Produkt und heimischen Schauspielern unverwechselbares Fernsehen zu machen. Herausgekommen ist die Sendung „Braunschlag“. Etwas derart Absurdes gab es noch nie. Robert Palfrader, der Kaiser-Darsteller, spielt den Bürgermeister einer finanziell heruntergekommenen Waldviertler Gemeinde. Eben dort soll ein Marien-Wunder den Ort vor dem Ruin retten. Ein ziemlich klischeehaftes, oft auch langweiliges Drehbuch schafft Rollen für Nicholas Ofczarek als Dauerfetten und Nina Proll darf wieder einmal ihren unwiderstehlichen Vorstadt-Sex-Appeal zeigen.

Ein "Braunschlag" ins Wasser, eine Serie zum Abdrehen

Schalkos „Meisterwerk“ ist aber auch eine Anbiederung an die Sozialdemokratie. Der Regisseur lässt Palfrader sagen, dass Niederösterreich nicht Kärnten werden dürfe, absichtlich oder ahnungslos, aber entgegen den Tatsachen, dass das Land Niederösterreich bei der Pro-Kopf-Verschuldung längst Spitzenreiter in Österreich ist. Auch die ÖVP bekommt ihr Fett ab, indem sich Schalko einer bekannten Aussage eines Abgeordneten bedient: „Hände falten, Goschen halten.“ Ob Schalko und der ORF damit wirklich den Geschmack des Publikums getroffen haben, ist zu bezweifeln. Die hohen Zuschauerzahlen könnten auch darauf zurückzuführen sein, dass sich viele von der intensiven Werbung für diesen Film zum Einschalten hinreißen ließen und nicht wussten, dass der Sender Puls 4 parallel zu „Braunschlag“ das Champions-League-Live-Spiel Real Madrid gegen Manchester City sendete.

Die Kommentare in den Zeitungen waren jedenfalls durchwegs negativ. Hier ein paar Meinungen zur Auswahl:

Langweilige Bedienung ausgewerkelter Rollenklischees, mit genretypischem ORF-Humor. Vorhersehbare Witzchen, dargebracht von Darstellern, die sich nicht verstellen brauchen, sondern einfach sich selbst spielen. Ein "Braunschlag" ins Wasser!

Eigentlich hätte der gelernte Österreicher es ahnen müssen: Wenn ein Film im Vorfeld so hochgelobt und monatelang beworben wird, dass da etwas Vorsicht am Platz ist. Ich habe, so wie viele andere auch, abgedreht. Bei der Vielzahl an Senderangeboten fällt es nicht schwer, solchen platten Geschichterln auszuweichen.

Eigentlich finde ich diese Serie von allen Seiten betrachtet schlicht dumm: Geschichte, wie Dialoge mies (das Wort "Schaß" penetrant zig-Male verwendet !!) ,Schauspieler outrieren-einzig die Maria Hochstätter spielt glaubhaft. Abdrehen ist angebracht!

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